ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2009Randnotiz: Lauterbachs Sprechstunde

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Randnotiz: Lauterbachs Sprechstunde

Rabbata, Samir

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LNSLNS Der SPD-Abgeordnete Prof. Dr. med. Karl Lauterbach lässt bekanntermaßen kaum ein gutes Haar am deutschen Gesundheitssystem im Allgemeinen und an der fachlichen Qualifikation der Ärzte im Besonderen. Nicht einmal von Olivenöl verstünden die Mediziner etwas, schimpfte er bei der Präsentation seines neuen Buches „Gesund im kranken System“ (erschienen bei Rowohlt, 16,90 Euro): „Kaum ein Arzt kann zum Beispiel sagen, ob sich Qualitätsunterschiede eher bei Olivenöl oder bei Rotwein auf die Gesundheit der Menschen auswirken.“

Der besorgte Leser kann jedoch beruhigt sein: Lauterbach – Wissenschaftler, Politiker und eben auch Arzt – springt ob der Unkenntnis seiner Kollegen in die Bresche und gibt selbst Gesundheitstipps. So empfiehlt er die Mittelmeerdiät (viel Olivenöl, wenig Fleisch). Sie beuge Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Der Rat dürfte weder für Ärzte noch für Patienten wirklich neu sein. Interessiert sich trotzdem ein Kollege für Lauterbachs Sprechstunde, muss er ein dickes Fell haben. Denn im Buch hagelt es Kritik am eigenen Berufsstand: Ärzte bildeten sich nicht fort, sie verständen nichts von Prävention, und ihr Englisch sei so schlecht, dass sie internationale Studien kaum lesen könnten. Sein Vorschlag: weniger Fachärzte, dafür mehr „richtige Spezialisten“ und eine Zwangsabgabe der Pharmaindustrie für die ärztliche Fortbildung.

Apropos Fortbildung: Wie war das noch mal mit den Qualitätsunterschieden bei Rotwein und Olivenöl? Geht es um die Gesundheit, sollte eher beim Rotwein gespart werden und nicht beim Olivenöl. Das rät zumindest Karl Lauterbach.
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