ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2009Telemedizin: In die Regelversorgung einbeziehen

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Telemedizin: In die Regelversorgung einbeziehen

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Die Aufnahme der Telemedizin in die flächendeckende Regelversorgung haben der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin in einer gemeinsamen Presseerklärung gefordert. Bei kardialen Implantaten sollten die Kosten für die telemedizinische Hardware und die Datenübertragung durch die Krankenkassen übernommen werden, erklärte Joachim M. Schmitt, BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied. Derzeit wird dem Arzt nur die telemedizinische Nachsorge der Implantate vergütet.

In Deutschland gibt es rund 500 000 Träger von implantierten Herzschrittmachern sowie etwa 100 000 Patienten mit implantierten Defibrillatoren. Durch den demografischen Wandel dürften diese Zahlen noch steigen. Die Nachsorge dieser Patienten stelle für Kliniken und Praxen eine große Herausforderung dar, heißt es in der Erklärung. Neue Entwicklungen bei Herzrhythmus-Implantaten ermöglichten auch die telemedizinische Nachsorge.

„Dadurch werden dem Patienten unnötige Wege zur Nachsorge erspart, und er wird gleichzeitig kontinuierlich überwacht“, betonten die beiden Organisationen. Es sei nachgewiesen, dass die telemedizinische Überwachung kardialer Implantate sicher und klinisch effektiv sei. Zudem hätten zahlreiche Studien ergeben, dass sich damit 60 Prozent der Kosten und 70 Prozent des Nachsorgeaufwands einsparen ließen.

Mit ihrer Forderung können sich die Organisationen auch auf die Bemühungen der Europäischen Union (EU) berufen, telemedizinische Anwendungen voranzutreiben. Bei der von der EU im Februar 2009 in Prag veranstalteten E-Health-Konferenz haben die Teilnehmer die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, die bestehenden Vergütungssysteme beziehungsweise Leistungskataloge für die Telemedizin zu öffnen. KBr
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