ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2009Hammerexamen: Unsinnige Prüfung
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Der „Hammer“ in diesem Artikel sind die Aussagen von Prof. J. Neuser: „Das Hammerexamen hat sich nicht als Hammer erwiesen“ und „das Examen hat sich anscheinend etabliert“. Zu meiner Person: Ich habe 1972 Examen gemacht. Seit über 25 Jahren bin ich Prüfer für die Anerkennung „Arzt für Allgemeinmedizin“. Allen, die dieses Examen aus der Taufe gehoben haben, wünschte ich, daran teilnehmen zu müssen. Mit dieser Erfahrung wäre dieser Unsinn nie entstanden. In welchem Studium wird ein so kompaktes Wissen sowohl schriftlich wie mündlich direkt nach einer intensiven beruflichen Tätigkeit (PJ) verlangt? Die Prüfung der klinischen Fächer kann ich noch verstehen, da sie mit der Tätigkeit im Krankenhaus im Zusammenhang steht. Die theoretischen Fächer sollten im Vorfeld abgeprüft werden. 1972 noch durchgeführte mündliche Examen über mehrere Monate hatten für die Prüflinge den Vorteil, sich unter weniger Druck auf die einzelnen Prüfungen vorbereiten zu können. Die klinischen Kenntnisse wurden in der Famulatur und der Medizinalassistentenzeit erworben. Seit dieser Zeit sind drei Änderungen des Examens erfolgt, und ich hoffe, dass die nächste unmittelbar zugunsten der Medizinstudenten bevorsteht. Für mich ist es erschreckend zu wissen, dass viele Studenten jetzt zu kostenpflichtigen „Repetitorien“ gehen müssen (und dadurch oft ein Semester verlieren), um ausreichend für das Examen vorbereitet zu sein. Packt diese Tatsache nicht die Ärzteschaft an ihrer Ehre? . . .
Hans-Jakob Masson, Albert-Schweitzer-Straße 27, 66583 Spiesen
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