ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2009Filmkalender: Von kleinen und großen Wundern

KULTUR

Filmkalender: Von kleinen und großen Wundern

Schuchart, Sabine

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LNSLNS Eine Mischung aus Oliver Twist und Bollywood ist der große Gewinner der Oscarnacht. Das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Drama
Ab 19. März:
Slumdog Millionär
Foto: Prokino
Foto: Prokino
Sagenhafte acht Oscars – darunter die Auszeichnungen für Film, Regie, Kamera und Schnitt – räumte der britisch-amerikanische Bollywood-Streifen am letzten Februarsonntag ab. Eine der Trophäen erhielt Simon Beaufoy für sein Buch zu „Slumdog Millionär“: Den Roman „Q & A“ („Rupien, Rupien“, so die deutsche Übersetzung) des indischen Diplomaten Vikas Swarup arbeitete er zum Drehbuch um. Tatsächlich hat Beaufoy – zusammen mit dem britischen Regisseur Danny Boyle – wesentlichen Anteil daran, dass die emotionsgeladene Geschichte eines Straßenkids aus Bombay nicht zum Kitsch verkommt: Bis zur 14. Frage ist Jamal (Dev Patel) bei der TV-Show „Wer wird Millionär?“ bereits gekommen. Doch die Produzenten wittern Betrug und lassen ihn brutal von der Polizei verhören. Dabei kennt er nur ein Ziel: seine große Liebe Latika (Freida Pinto) wiederzufinden.
Großbritannien/USA 2008, 120 Minuten

Ab 26. März:
Die Herzogin
Als skandalumwitterte Titelheldin glänzt Keira Knightley in Saul Dibbs aufwendig gestaltetem Historiendrama. Es basiert auf Amanda Foremans 1998 erschienener Biografie „Georgina, Duchess of Devonshire“. Mit 16 Jahren wird Georgina Spencer von ihrer ehrgeizigen Mama (Charlotte Rampling) mit dem neun Jahre älteren Herzog von Devonshire (Ralph Fiennes) vermählt. Doch der behandelt sie eiskalt. Gekränkt stürzt sich die ebenso kluge wie schöne Aristokratin ins Gesellschaftsleben und trifft auf Charles Grey (Dominic Cooper). Der Film ist nicht nur wegen des Oscars für die Kostüme sehr ansehnlich.
USA 2008, 110 Minuten

Komödie
Ab 2. April:
Rachels Hochzeit
Jonathan Demmes („Der Manchurian Kandidat“) intimes Porträt einer Familie ist eine genau beobachtete Sittenkomödie, in der sich Anne Hathaway alias Kym Buchman als gewachsene Schauspielerin und nicht länger als nettes All-American-Girl präsentiert. Die drogensüchtige, ruppige Kym darf für die Hochzeit von Schwester Rachel (Rosemarie Dewitt) die Rehaklinik für ein paar Tage verlassen. Alle sind da, wollen Party feiern – die geschiedenen Eltern, die Freunde und Verwandten. Doch schnell wandelt sich die Hochzeitsfeier zum Kriegsgebiet: Rachels Anwesenheit lässt lange schlummernde Spannungen ausbrechen und stellt den Familienverband auf eine harte Probe.
USA 2008, 114 Minuten

Ab 26. März:
Inside Hollywood
14 Tage im Leben des Filmproduzenten Ben (Robert De Niro): Die Beziehung mit Nochehefrau Kelly (Robin Wright Penn) liegt in Scherben. Außerdem droht sein neuester Streifen „Fiercely“ mit Sean Penn in der Hauptrolle als Megaflop zu enden. Gleichzeitig hat er Stress mit Studiochefin Lou (Catherine Keener) und seiner neuen Produktion mit Bruce Willis. Vor allem der tollen Darstellerriege ist es zu verdanken, dass Regisseur Barry Levinsons Blick in das Innere der Traumfabrik ziemlich unterhaltsam ist. Denn an Schärfe kann er es nicht mit Robert Altmans pointierter Hollywoodsatire
„The Player“ von 1992 aufnehmen.
USA 2007, 107 Minuten

Besondere Erwähnung
Ab 26. März:
Deutschland ‘09
Ein spannendes Unterfangen: Nach dem Vorbild des legendären Episodenfilms „Deutschland im Herbst“ von 1978 nehmen rund 30 Jahre später wieder 13 bekannte deutsche Regisseure – von Faith Atkin, Wolfgang Becker und Dominik Graf über Nicolette Krebitz bis hin zu Tom Tykwer, der die Idee zu dem Projekt hatte – zur Lage der Nation Stellung. Natürlich ist die Themenwahl der fünf- bis zwölfminütigen Kurzbeiträge sehr persönlich: Sie reicht vom Porträt eines iranischen Besitzers einer Berliner Animierbar bis hin zum Protest eines „FAZ“-Lesers gegen die Veränderung des Layouts.
Deutschland 2009, 152 Minuten
Sabine Schuchart

DVD-Tipp
Die Kräfte des Körpers
„National Geographic – Wundermaschine Mensch“: 96 Minuten, 20. 2. 2009; „Prof. Dr. Grönemeyer – Dein gesunder Rücken“, 91 Minuten, 27. 2. 2009; WVG: jeweils circa 15 Euro; Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel Foto: WVG Medien
„National Geographic – Wundermaschine Mensch“: 96 Minuten, 20. 2. 2009; „Prof. Dr. Grönemeyer – Dein gesunder Rücken“, 91 Minuten, 27. 2. 2009; WVG: jeweils circa 15 Euro; Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel Foto: WVG Medien
Zwei neue DVDs beschäftigen sich mit dem Körper.
„National Geographic“ geht dem Menschen mit modernster Tricktechnologie unter die Haut: Anschaulich sieht man, wie Knochen, Muskeln und Organe zusammenspielen, wenn der Mensch körperliche und geistige Höchstleistungen erbringt. Die Dokumentation zeigt außerdem, was in der Phase der Regeneration abläuft, wenn sich der Körper von schweren Unfällen erholt. Präventive Maßnahmen gegen das Volksleiden Nummer eins sind das Thema von Prof. Dr. Grönemeyer: Neben einem 20-Tage-Rückentraining erläutert der Mediziner Basisübungen und sinnvolle Haltungen für den Alltag.
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