ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2009Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Der Finanzkrise getrotzt

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Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Der Finanzkrise getrotzt

Flintrop, Jens

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LNSLNS Das größte genossenschaftliche Primärinstitut erzielt einen Bilanzgewinn von 60 Millionen Euro und schüttet eine unverändert hohe Dividende von sechs Prozent an seine Mitglieder aus.

Ein klares Bekenntnis zur traditionell eher konservativen Geschäfts- und Risikostrategie der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) fällt in diesen Tagen leichter als noch vor Beginn der weltweiten Finanzkrise vor etwa eineinhalb Jahren: „Wir haben grundsätzlich nur in vertretbare Risiken investiert – sowohl im klassischen Kundengeschäft als auch bei den Eigenanlagen der Bank“, sagte Vorstandssprecher Günter Preuß Ende Februar beim Ökonomietag der Apobank in Davos. Man prüfe grundsätzlich alle Investitionsentscheidungen im routinemäßigen Kreditprozess „auf Herz und Nieren“ und verlasse sich nicht nur auf das Urteil der Ratingagenturen. Langfristige Anlagen würden immer auch langfristig refinanziert. Dennoch habe sich aber auch die größte genossenschaftliche Primärbank der Finanzkrise und ihren Folgen nicht entziehen können. Diese Tatsache spiegelt sich in den umfangreichen Abschreibungen und Wertberichtungen der Bank auf ihre Geldanlagen wider. Preuß: „Mit einem gewissen Stolz kann ich jedoch verkünden, dass unser Haus einen Jahresgewinn ausweist, der es uns erlaubt, auch für 2008 eine unverändert hohe Dividende von sechs Prozent an unsere Genossenschaftsmitglieder auszuschütten.“

Nach den soeben veröffentlichten vorläufigen Zahlen erwirtschaftete die Apobank im Geschäftsjahr 2008 ein operatives Ergebnis, das mit 316 Millionen Euro sogar leicht über dem des Vorjahres liegt. Dass der Jahresüberschuss dennoch um rund 47 Prozent auf 60 Millionen Euro schrumpfte, ist der umfassenden Risikovorsorge geschuldet. So hat die „Standesbank der Heilberufe“ ihre Risikovorsorge für die Liquiditäts- und Eigenanlagen im Zuge der anhaltenden Finanzkrise deutlich auf 338 Millionen Euro (2007: 189 Millionen Euro) ausgeweitet. „Für alle erkennbaren Risiken hat die Apobank damit umfassend Vorsorge getroffen“, heißt es in der Pressemitteilung zum Geschäftsergebnis für das Jahr 2008.

Die Bilanzsumme der Apobank wird zum Jahresende 2008 mit 41,2 Milliarden Euro ausgewiesen, was einem Zuwachs von 11,2 Prozent entspricht. Darin spiegeln sich sowohl eine Ausweitung des Kundengeschäfts als auch Restrukturierungsmaßnahmen im Rahmen der Finanzkrise wider. Im Jahr 2008 akquirierte die Bank 12 500 Neukunden und erhöhte damit ihre Kundenzahl auf 319 100. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhte sich um 6,5 Prozent auf 2 263. Der Verwaltungsaufwand der Bank stieg um 4,8 Prozent auf rund 396 Millionen Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Vorstandssprecher Preuß „einen weiter zunehmenden Wettbewerb und höhere Refinanzierungskosten, die Druck auf die operativen Ergebnisse und die Rentabilität ausüben“. Beim Bilanzgewinn will er das Niveau des Jahres 2008 erreichen, um erneut eine unverändert hohe Dividende von sechs Prozent auszuschütten.
Jens Flintrop
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