ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2009Studienplatzklagen: Mehr Studienplätze nötig
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Der Autor beschreibt es sehr schön: immer mehr Bewerber zum Medizinstudium bei konstanter und zuletzt im klinischen Bereich sogar abfallender Zahl von Studienplätzen. Eins wird nicht angesprochen und bleibt unbeantwortet: Warum werden nicht endlich mehr Medizinstudienplätze geschaffen und angeboten!? Der Hausarzt auf dem Land und in unattraktiven Zulassungsbereichen ist zunehmend Mangelware, in einigen Krankenhäusern werden kaum deutsch sprechende Ärzte aus ehemaligen selbst schlecht versorgten Ostblockstaaten abgeworben. Wie in keinem anderen Fach hat der Absolvent des Medizinstudiums, egal welcher Qualität, heute freie Auswahl zwischen zahlreichen attraktiven Stellenangeboten. Fazit: Ganz offensichtlich werden viel zu wenig Mediziner ausgebildet! Dabei wäre es gut möglich, durch eine entsprechende Initiative zusätzliche qualitativ hervorragende klinische Ausbildungsplätze an den großen Lehrkrankenhäusern der Universitäten zu schaffen. Dies wäre auch denkbar mit einer Verpflichtung, zumindest vorübergehend in mangelversorgten Regionen als Hausarzt tätig zu werden. Dadurch würde man vielleicht einigen wirklich motivierten Studenten zu ihrem Traumberuf verhelfen. Von solchen Ideen hört man bisher wenig. Bei der wohl gewollten Verknappung der Ärzte besteht offensichtlich aus verschiedenen Gründen eine merkwürdige Allianz zwischen Standesorganisationen, Universitäten, Gesundheitspolitik und Krankenkassen.
Priv.-Doz. Dr. med. R. Dißmann, Chefarzt der
Medizinischen Klinik II, (Kardiologie/Nephrologie),
Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide gGmbH,
Postbrookstraße 103, 27574 Bremerhaven
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