ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2009Dietmar Schulte: Unerschütterlicher Optimist

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Dietmar Schulte: Unerschütterlicher Optimist

Gieseke, Sunna

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Dietmar Schulte Foto: privat
Dietmar Schulte Foto: privat
Der Vater des Psychotherapeutengesetztes, Prof. Dr. phil. Dietmar Schulte (65), ist im Februar 2009 in den Ruhestand getreten. In fast 30 Jahre dauernden Debatten bewies er einen langen Atem und setzte als entscheidender Vorkämpfer gemeinsam mit zahlreichen Verbänden das Psychotherapeutengesetz durch – 1999 trat dieses dann in Kraft. Es ermöglicht seit zehn Jahren die Therapie von Patienten durch Psychotherapeuten auf Kosten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung. Zudem sichert die gesetzliche Etablierung der psychologischen Psychotherapie das Fachgebiet als Forschungs- und Lehrgebiet.

Auch in seinem Fachgebiet der klinischen Psychologie beeindruckte er seine Kollegen als Forscher und Lehrer. Schulte widmete sich in seinen Studien insbesondere der Angsttherapie und der allgemeinen Therapieforschung, wie etwa der Verhaltensanalyse und -diagnostik, und der Therapieplanung.

Schulte studierte von 1964 bis 1968 Psychologie an der Universität Münster. 1974 wurde er auf den Lehrstuhl für Klinische Psychologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) berufen. Dort richtete er 1988 das „Zentrum für Psychotherapie“ als Psychotherapieambulanz mit ungefähr 300 Behandlungsplätzen ein. Zudem rief er 1988 den Modellversuch „Weiterbildung in klinischer Psychologie“ ins Leben und leitete diesen bis 1993. Nach Ablauf des Versuchs wurde das Angebot als weiterbildender Studiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie an der RUB verstetigt.

1992 war Schulte der erste Preisträger des Deutschen Psychologie-Preises. Darüber hinaus erhielt er 2004 die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Sunna Gieseke
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