ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2009Osteoporose: Initiative zur Prävention der Hyperkyphose

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Osteoporose: Initiative zur Prävention der Hyperkyphose

Kreutzberg, Karin

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LNSLNS Aufklärungskampagne soll Frauen in Europa vor osteoporosebedingten Frakturen schützen.

Die europaweite Aufklärungskampagne „Stop the Stoop“ hat der Osteoporose, die von der Welt­gesund­heits­organi­sation in die Reihe der zehn wichtigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter eingeordnet wird, den Kampf angesagt. Denn sie ist bei postmenopausalen Frauen der hauptsächliche Grund für Morbidität und Mortalität. Umfragen zum Auftakt dieser Initiative ergaben einige interessante Ergebnisse: Etwa drei Viertel der befragten Frauen hatten Angst, mit zunehmenden Jahren einen Witwenbuckel (stoop) zu entwickeln. Sieben von zehn Frauen glaubten, ein Größenverlust gehöre unausweichlich zum Älterwerden. Allerdings würde eine Hyperkyphose das Selbstwertgefühl der Betroffenen sehr beeinträchtigen, fürchteten doch die meisten, dass die Allgemeinbevölkerung sie dann als „ältlich“, „gebrechlich“ und „verletzlich“ wahrnehmen könnte.

Erstaunlicherweise wusste eine von fünf Frauen nicht, dass die regelmäßige Einnahme von Osteoporosemedikamenten das Frakturrisiko und damit den typischen Witwenbuckel und einen Größenverlust verringert. „Wenn sie schon Pillen schlucken müssten, würden 65 Prozent der Frauen eine seltene Einnahme bevorzugen“, sagte Initiator Prof. Dr. med. Dieter Felsenberg (Charité – Universitätsmedizin Berlin). Allerdings hatten weniger als die Hälfte der Patientinnen Informationen von ihrem Arzt über die unterschiedlichen Behandlungsformen erhalten, wie zum Beispiel einmal monatlich einzunehmende Tabletten oder vierteljährliche beziehungsweise jährliche intravenöse Injektionen.

Für Ibandronat (Bonviva®) gibt es zwei Darreichungsformen, die eine individuelle Anpassung der Therapie bei Osteoporose ermöglichen. Es ist das einzige Bisphosphonat, das zur Therapie der Osteoporose als orale Monatstablette oder als Quartalsspritze verfügbar ist. In der Zulassungsstudie konnte die monatliche Ibandronat-Tablette das relative Risiko für neue Wirbelfrakturen im Vergleich zu Placebo um 62 Prozent senken. In einer Subgruppe von Patientinnen mit erhöhtem Osteoporoserisiko verringerten sich die nonvertebralen Brüche relativ um 69 Prozent.

Über Real-life-Daten zu Iban-dronat berichtete Prof. Dr. med. Andreas Kurth (Frankfurt am Main). In einer retrospektiven Datenbankanalyse wurde die Wirkung einer Ibandronat-Monatstablette mit den wöchentlich einzunehmenden Bisphosphonaten Alendronat und Risendronat unter Praxisbedingungen verglichen. In die VIBE-Studie (eValuation of IBandronat Efficacy) gingen die Daten von mehr als 64 000 Frauen im durchschnittlichen Alter von 60 Jahren ein, die neu auf ein Bisphosphonat eingestellt wurden. 23 Prozent der Patientinnen litten unter Osteopenie und circa zehn Prozent unter einer glucocorticoidinduzierten Osteoporose.

Das monatlich oral gegebene Ibandronat und die wöchentlich intravenös verabreichten zwei anderen Bisphosphonate konnten gleichermaßen nicht vertebrale und Hüftfrakturen verhindern. Als signifikant besser wirksam erwies sich Ibandronat zur Vermeidung von Wirbelbrüchen (0,11 versus 24 Prozent). Die Nebenwirkungen bei monatlicher Ibandronat-Gabe lagen auf Placeboniveau.

Ibandronat als Quartalsspritze ist nach Aussage von Kurth eine Therapieoption bei Unverträglichkeit gegenüber oralen Bisphosphonaten, bei gastrointestinalen Erkrankungen und kognitiven Defiziten. Auch für Menschen, denen eine aufrechte Haltung schwerfällt oder die bereits viele Medikamente einnehmen müssen, ist eine intravenöse Verabreichung zu bevorzugen.
Dr. med. Karin Kreutzberg

Pressekonferenz „Stop the Stoop – sicherer Langzeitschutz vor Osteoporose-bedingten Frakturen“ in München, Veranstalter: Glaxosmithkline

Indikationseinschränkungen von Moxifloxacin – Im Februar dieses Jahres wurde bereits in einem Rote-Hand-Brief auf Leberschäden und schwere Hautreaktionen im Zusammenhang mit Moxifloxacin hingewiesen. Zusätzlich wird nun die Indikation für Moxifloxacin bei bakteriellen Atemwegsinfektionen eingeschränkt. Es soll bei der oralen Behandlung der akuten bakteriellen Sinusitis, der bakteriell verursachten akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis und der ambulant erworbenen Pneumonie nur noch angewendet werden, wenn die für die Initialtherapie empfohlenen Antibiotika nicht geeignet sind oder nicht zum Therapieerfolg geführt haben. Moxifloxacin wurde in diesen Indikationen in Deutschland nicht als Antibiotikum der ersten Wahl empfohlen. Allerdings geben die hohen Verordnungszahlen Hinweise auf einen zu breiten Einsatz dieses Fluorochinolons. Die Verordnung von Moxifloxacin zur Primärtherapie in diesen Indikationen ist daher nun als off-label use anzusehen.

Indikationseinschränkung von Norfloxacin – Nach Bewertung der Studiendaten zur Verwendung von Norfloxacin-haltigen Arzneimitteln zur Behandlung der komplizierten akuten oder chronischen Nierenbeckenentzündung stellt die Europäische Arzneimittelagentur fest, dass die Wirksamkeit der oralen Behandlung mit Norfloxacin in diesen Indikationen nicht belegt ist und daher als nicht medizinisch begründet angesehen wird. Oral anzuwendende norfloxacinhaltige Arzneimittel sollten nicht länger zur Behandlung einer komplizierten Nierenbeckenentzündung verordnet werden. Die Anwendung von Norfloxacin in anderen Indikationen ist von dieser Empfehlung nicht betroffen. EB
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