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LNSLNS Was war das doch damals für eine Aufregung um Mannesmann, als klar wurde, dass der ehemalige Industriekonzern in Sachen Mobilfunk unterwegs war. Die Fantasie, mit der Handyidee eine Gelddruckmaschine geschaffen zu haben, ließ den Börsenkurs seinerzeit um einige Hundert Prozent nach oben schießen. Wir wissen, in den Gründerzeiten des Mobilfunks trafen diese Prognosen auch zu, die Mobilfunker dieser Welt verdienten sich alle eine goldene Nase, wenn das auch heute dank erheblicher Marktsättigung bereits Geschichte ist.

Gerade in den Zeiten der Finanzkrise und drastisch gefallener Kurse sehnen sich die Börsianer nach einer ähnlichen genialen und visionären Idee. Wo ist die Story, die das Leben grundlegend verändert, oder wer erfindet das famose Produkt, das in einigen Jahren einen ähnlich sagenhaft erfolgreichen Verlauf nimmt wie eben diese drahtlosen Mobilfunkgeräte?

Eine ehemals spinnerte Idee hat durchaus das Zeug, in die Fußstapfen höchst erfolgreicher Produktentwicklungen zu treten und aus Visionen Realität werden zu lassen. Das Elektroauto, das jahrelang, weil von der Automobilbranche ungeliebt, ein trauriges Schattendasein fristete, macht sich möglicherweise auf, den Markt zu revolutionieren.

Wer hinter die Kulissen der Automobilindustrie und der Energieversorger schaut, stellt erstaunt fest, wie dort mit Hochdruck an Ladestationen für Elektroautos gebastelt wird. Überall bilden sich Allianzen großer Konzerne, die an gemeinsamen Standards für die schnelle und flächendeckende Infrastruktur für Elektroautos arbeiten. RWE geht hier mit Daimler zusammen, BMW kooperiert mit Vattenfall, in hochrangigen Arbeitsgruppen spricht jeder mit jedem.

Auch wenn diese Entwicklung vor allem auf die aktuellen Nöte der Autobranche zurückzuführen ist, bleibt es doch hoch spannend, ob die Pläne realisierbar sind. Meiner Meinung nach kann das gut funktionieren, ernsthafte Schätzungen gehen schon für das Jahr 2020 von deutlich über zwei Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen aus. Anleger in diesen Werten könnten dann ordentlich Gewinne machen, wenn die Vision zur Realität wird.

Aber längst nicht überall, wo visionär draufsteht, steckt Zukunftsweisendes drin. Bei der Deutschen Post WorldNet wimmelte es in den letzten Jahren nur so von Umstrukturierungen mit hochtrabendsten Titulierungen wie etwa „Roadmap to Value“ oder „Every One Counts“. Gebracht hat die Großspurigkeit dem Aktionär allerdings nichts – außer Spesen (fette Beraterhonorare) nix gewesen.

Nun sind die Bonner Postler auf den Trichter gekommen und rudern einige Hausnummern zurück. Aus der ehemals mit großem Getöse, gleichwohl unschönen, gezimmerten Wortschöpfung „Deutsche Post WorldNet“ wird jetzt das bodenständigere „Deutsche Post DHL“. Der neue Name soll wohl eine gelungene Symbiose bilden zwischen Brief und Logistik, zwischen Tradition und Zukunft. Na hoffentlich. Merke also: Bescheidenheit ist eine Zier, und weiter kommt man auch mit ihr.
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