ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2009Krankenhäuser: Mehr Neben- als Hauptwirkung
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Die Darstellung von Prof. Stausberg zur Intransparenz des deutschen DRG–Systems ist sachgerecht und Laien nicht mehr zu erklären. Mit der Einführung des DRG–Systems in deutschen Krankenhäusern hat sich eine zusätzliche „Industrie“ entwickelt: Softwarehäuser verkaufen jährlich den neuesten Grouper, alle Krankenhäuser, aber auch alle Krankenkassen, alle MDKs und alle Beratungsunternehmen müssen ihn kostenpflichtig erwerben. Hinzu kommen jährliche Schulungen in sämtlichen beteiligten Institutionen, die regelmäßig kostenpflichtig angeboten werden. Diese Gelder stehen natürlich – bei gedeckelten Budgets – nicht mehr für die Versorgung der Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Wenn schon Begleitforschung durchgeführt wird, so müssen diese Kosten erst recht erfasst werden! Es wird sich um riesige Summen handeln! Gar nicht messbar jedoch ist die eingetretene Demotivation der Ärztinnen und Ärzte, die sich ursprünglich zum Medizinstudium entschieden haben, aber eben nicht, um Diagnosen zu verschlüsseln. Die Ausweitung des Bürokratismus ist hinreichend thematisiert worden, unter anderem auch immer wieder vom Marburger Bund! Der Markt der offenen Stellen an Kliniken spricht Bände dazu! Ärztinnen und Ärzte wissen es gut: Wenn die Nebenwirkungen die Hauptwirkung eines Medikaments überwiegen, so wenden wir es nicht an! Darum kann die logische Konsequenz nur die Abschaffung des G-DRG-Systems sein.
Dr. med. Ursula Stüwe, Vorstandsmitglied des
Marburger Bundes Hessen, Dreiruthenweg 14, 65388 Schlangenbad
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