ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2009Impfsicherheit heute: Makrophagen-Myofasziitis
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LNSLNS Wir möchten auf das in Deutschland durchaus existente, aber nicht ausreichend beachtete Phänomen der Makrophagen-Myofasziitis (MMF) aufmerksam machen, welches in der Folge von Impfungen auftreten kann. Die MMF ist eine erworbene entzündliche Muskelläsion, die sich fokal in Form von perifaszikulär gelegenen Rundzellen bei relativ intakten übrigen Muskelfasern äußert. Histopathologisch ist die MMF durch Diastase-resistente Periodic-Acid-Schiff (PAS)-positive Makrophagen und zahlreiche CD8+ T-Zellen charakterisiert. Gewebsnekrosen oder Riesenzellen sind typischerweise nicht nachweisbar. Als Ausdruck lysosomaler Aktivität sind die Makrophagen kräftig positiv für „saure Phosphatase“ und „unspezifische Esterase“. In elektronenmikroskopischen Untersuchungen erkennt man regelmäßig zahlreiche nadelartige Strukturen innerhalb der Lysosomen dieser Makrophagen. Mithilfe einer Mikroprobenanalyse, der sogenannten „laser-microprobe-mass-analysis“ (LAMMA), lassen sich die nadelartigen Strukturen als Aluminiumhydroxid identifizieren.

Bei Erwachsenen ist nahezu ausschließlich der linke M. deltoideus („Impfmuskel“) betroffen, bei Kindern fast ausschließlich der M. quadriceps.

Verschiedene Arbeitsgruppen, überwiegend in Frankreich, postulieren einen kausalen Zusammenhang zwischen der MMF und Aluminiumhydroxid-enthaltenden Impfstoffen wie zum Beispiel Hepatitis-B-, Hepatitis-A- sowie Tetanus-Toxoid-Vakzine. Das klinische Spektrum, welches auch bis zu zehn Jahre nach der Impfung auftreten kann, ist recht unspezifisch und variiert von Myalgien, Arthralgien bis zu vermehrter Ermüdbarkeit (1, 2).

Eine umfangreiche epidemiologische Verlaufskontrolle zur Etablierung eines möglichen kausalen Zusammenhanges zwischen postvakzinalen fokalen MMF-Läsionen, der Verwendung von Aluminiumhydroxid und systemischen klinischen Symptomen, die unserem Wissen nach bis dato nicht erhoben wurde, ist erforderlich. Es ist jedoch – dies als wichtige Botschaft – in keiner Weise beabsichtigt, die Notwendigkeit der genannten Impfungen infrage zu stellen. DOI: 10.3238/arztebl.2009.0248a

Abbildungen zur Thematik beim Verfasser


PD Dr. med. Werner Stenzel
Innere Medizin II, Rheumatologie,
Charité Universitätsmedizin
Augustenburger Platz 1, 13553 Berlin
E-Mail: werner.stenzel@charite.de

Prof. Dr. med. Frank L. Heppner
Prof. Dr. med. Hans-Hilmar Goebel
Dr. med. Rieke H. E. Alten
Institut für Neuropathologie & Klinik für Innere Medizin II,
Schlosspark-Klinik
Heubnerweg 2, 14059 Berlin

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Gherardi RK et al.: Macrophagic myofasziitis lesions assess long-term persistence of vaccine-derived aluminium hydroxide in muscle. Brain 2001; 124, 1821–31. MEDLINE
2.
Papo T: Macrophagic myofasziitis: focal or systemic? Joint Bone Spine 2003; 70: 242–5. MEDLINE
3.
Schneeweiß B, Pfleiderer M, Keller-Stanislawski B: Vaccination Safety Update [Impfsicherheit heute]. Dtsch Arztebl Int 2008; 105(34–35): 590–5. VOLLTEXT
1. Gherardi RK et al.: Macrophagic myofasziitis lesions assess long-term persistence of vaccine-derived aluminium hydroxide in muscle. Brain 2001; 124, 1821–31. MEDLINE
2. Papo T: Macrophagic myofasziitis: focal or systemic? Joint Bone Spine 2003; 70: 242–5. MEDLINE
3. Schneeweiß B, Pfleiderer M, Keller-Stanislawski B: Vaccination Safety Update [Impfsicherheit heute]. Dtsch Arztebl Int 2008; 105(34–35): 590–5. VOLLTEXT

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