ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2009Impfsicherheit heute: Langfristige Impfnebenwirkungen und Pharmakovigilanz
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LNSLNS Den Autoren ist für ihre übersichtliche und für die tägliche Praxis hilfreiche Darstellung häufiger Bedenken von Impfskeptikern zu danken.

Hausärzte und Kinderärzte führen einen Großteil der Impfungen und Impfberatungen in Deutschland durch. Zu einer angemessenen und verantwortlichen Impfberatung gehört auch die Information der Impflinge und ihrer Eltern über seltene, aber mögliche Impfnebenwirkungen. Hierzu gehören das mögliche Auftreten von Guillain-Barré-Syndromen nach zum Beispiel Influenza-Impfungen (1), der auch in aktuellen Publikationen weiterhin diskutierte mögliche Zusammenhang zwischen dem rekombinanten Hepatitis-B-Impfstoff und Multipler Sklerose (2) und die noch ungeklärte mögliche Assoziation von Mehrfach-Impfungen mit neurodegenerativen Erkrankungen im Zusammenhang mit dem bisher gebräuchlichsten Impfadjuvans Aluminiumhydroxid (3).

Langfristige Impf-Nebenwirkungen lassen sich in ausreichender Qualität nur durch eine langfristige aktive Pharmakovigilanz mittels unabhängiger und ausreichend ausgestatteter Überwachungseinrichtungen erkennen. Zur Beurteilung der langfristigen Sicherheit von Impfstoffen reicht eine passive Nachbeobachtung durch Meldung von Impfkomplikationen durch niedergelassene Ärzte allein nicht aus – sind doch Jahre nach einer Impfung mögliche kausale Zusammenhänge zu auftretenden zum Beispiel neurodegenerativen Erkrankungen im Einzelfall schwer herzustellen. DOI: 10.3238/arztebl.2009.0248b


Maurice Pich
Arno Köster
Dr. med. Andreas Klement
Institut für Allgemeinmedizin
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
06112 Halle/Saale
E-Mail: andreas.klement@medizin.uni-halle.de

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Haber P, DeStefano F, Angulo FJ et al.: Guillain-Barré syndrome following influenza vaccination. JAMA 2004; 292: 2478–81.
2.
Hocine MN, Farrington CP, Touzé E et al.: Hepatitis B vaccination and first central nervous system demyelinating events: reanalysis of a case-control study using the self-controlled case series method. Vaccine 2007; 25: 5938–43. MEDLINE
3.
Petrik MS, Wong MC, Tabata RC, Garry RF, Shaw CA: Aluminum adjuvant l inked to Gulf War illness induces motor neuron death in mice. Neuromolecular Med 2007; 9: 83–100. MEDLINE
4.
Schneeweiß B, Pfleiderer M, Keller-Stanislawski B: Vaccination Safety Update. [Impfsicherheit heute]. Dtsch Arztebl Int 2008; 105(34–35): 590–5. VOLLTEXT
1. Haber P, DeStefano F, Angulo FJ et al.: Guillain-Barré syndrome following influenza vaccination. JAMA 2004; 292: 2478–81.
2. Hocine MN, Farrington CP, Touzé E et al.: Hepatitis B vaccination and first central nervous system demyelinating events: reanalysis of a case-control study using the self-controlled case series method. Vaccine 2007; 25: 5938–43. MEDLINE
3. Petrik MS, Wong MC, Tabata RC, Garry RF, Shaw CA: Aluminum adjuvant l inked to Gulf War illness induces motor neuron death in mice. Neuromolecular Med 2007; 9: 83–100. MEDLINE
4. Schneeweiß B, Pfleiderer M, Keller-Stanislawski B: Vaccination Safety Update. [Impfsicherheit heute]. Dtsch Arztebl Int 2008; 105(34–35): 590–5. VOLLTEXT

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