ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2009Prävalenz und Einflussfaktoren von Übergewicht und Adipositas bei Einschulungskindern – Eine Untersuchung in Augsburg: Schlusswort
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LNSLNS Die alters- und geschlechtsspezifischen Perzentile dienen primär der Einteilung in Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht beziehungsweise Adipositas. Dieser Festlegung liegt eine statistische Verteilung einer Referenzpopulation zugrunde. Die Perzentile geben eine Orientierung über die Gewichtsentwicklung beim Individuum oder den Trend in einer Population. Damit sind sie relevant zur Schätzung und zum Vergleich von Prävalenzen auf Bevölkerungsebene. Wenn die Body-Mass-Index-Werte in der Population ansteigen, sind die Referenzdaten nicht mehr repräsentativ. Prävalenzdaten zu Übergewicht und Adipositas fallen dann niedriger aus. Dies muss bei einer Diskussion um geeignete Referenzdaten berücksichtigt werden. Für Erwachsene gelten Grenzwerte, die auf Studien zu Risikowahrscheinlichkeiten für Morbidität und Mortalität basieren. Wegen der geringen Inzidenz von Adipositas-abhängigen Erkrankungen und mangels ausreichender longitudinaler Untersuchungen zum Gesundheitsrisiko der Adipositas im Kindes- und Jugendalter gibt es keine Grenzwerte für das gesundheitsgefährdende Ausmaß der Körper-Fett-Masse in diesem Altersbereich (1). In den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter wird zur Frage von Grenzwerten empfohlen, das Überschreiten des 90. Perzentils und des 97. Perzentils als auffällig beziehungsweise sehr auffällig zu bezeichnen (1). Für die Bestimmung von Grenzwerten für kindliches Übergewicht ist eine intensive Forschung mit klar definierten Endgrößen, langem Beobachtungszeitraum und großen Kohorten erforderlich. International gibt es einzelne epidemiologische Studien bei Kindern und Jugendlichen zum Zusammenhang von Adipositas und Morbidität im Erwachsenenalter. In Deutschland liegen aktuelle Daten aus dem KiGGS-Survey und aus der Kieler Adipositas Prevention Study als Langzeitbeobachtung vor. Eine Verwendung der Ergebnisse dieser Untersuchungen und eine Erweiterung im Sinne einer Weiterbeobachtung einer KIGGS-Kohorte ließen vertiefende Fragestellungen zu Übergewicht als Risikofaktor für Folgeerkrankungen zu (2). DOI: 10.3238/arztebl.2009.0250b


Dr. med. Elisabeth Weber MPH
Gesundheitsamt Stadt Augsburg
Hoher Weg 8, 86152 Augsburg
E-Mail: gesundheitsamt.stadt@augsburg.de

Interessenkonflikt
Die Autoren beider Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
2.
Kurth BM, Schaffrath Rosario A: Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KIGGS). Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2007; 50: 736–43. MEDLINE
3.
Weber E, Hiebl A, Storr U: Overweight and obesity in children starting school in Augsburg—prevalence and influencing factors. [Prävalenz und Einflussfaktoren von Übergewicht und Adipositas bei Einschulungskindern: Eine Untersuchung in Augsburg.] Dtsch Arztebl Int 2008; 105 (51–52): 883–9. VOLLTEXT
1. www.a-g-a.de
2. Kurth BM, Schaffrath Rosario A: Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KIGGS). Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2007; 50: 736–43. MEDLINE
3. Weber E, Hiebl A, Storr U: Overweight and obesity in children starting school in Augsburg—prevalence and influencing factors. [Prävalenz und Einflussfaktoren von Übergewicht und Adipositas bei Einschulungskindern: Eine Untersuchung in Augsburg.] Dtsch Arztebl Int 2008; 105 (51–52): 883–9. VOLLTEXT

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