ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2009Lebensverlängernde Impfung bei Melanom im Stadium IV

AKTUELL: Akut

Lebensverlängernde Impfung bei Melanom im Stadium IV

Dtsch Arztebl 2009; 106(14): A-632 / B-540 / C-524

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LNSLNS Bei Patienten mit einem malignen Melanom im Stadium IV (Fernmetastasierung) gibt es bislang wenig publizierte Therapieansätze, von denen eine lebensverlängernde Wirkung belegt wäre. Die 5-Jahres-Überlebensraten liegen unter zehn Prozent. Jetzt hat eine Arbeitsgruppe unter Federführung von Prof. Dr. med. John M. Kirkwood von der Universität Pittsburgh in Pennsylvania, USA, nachgewiesen, dass eine Immuntherapie mit HLA-Klasse-I-restringierten Melanomantigenen das Leben statistisch signifikant verlängern kann – allerdings nur bei jenem Drittel der Patienten, das eine spezifische Immunantwort entwickelt.

Die Forscher schlossen 115 Probanden in die Studie ein, 75 schlossen das Impfprogramm komplett ab (Clinical Cancer Research 2009, online doi 10.1158/1078-432.CCR-08-1231). Alle Patienten mussten HLA-A2-positiv sein, da eine potenzielle Immunantwort auf die drei verschiedenen Melanom-Peptidantigene vom Vorhandensein des HLA-A2 abhängig war. In einem Arm wurde nur die Tumorvakzine gegeben, in einem weiteren zusätzlich der Wachstumsfaktor GM-CSF, in einem dritten Arm bekamen die Patienten additiv zu den Tumorpeptiden Interferon alpha-2b und in einem vierten außerdem die beiden Zytokine.

Die mittlere Beobachtungszeit betrug 25,4 Monate. 35 Prozent der Probanden entwickelten eine spezifische Immunantwort, sechs davon hatten außerdem eine klinische Response. Die durchschnittliche Überlebenszeit betrug bei Immunresponse 21,3 Monate im Vergleich zu 13,4 Monaten bei immunologischer Nonresponse. Die Zytokine hatten der Studie zufolge keine positive immunmodulatorische Wirkung. „Es gibt zahlreiche vielversprechende Ansätze, aber bisher noch keinen Durchbruch bei der Immuntherapie gegen das Melanom“, sagte Priv.-Doz. Dr. med. Beatrice Schuler-Thurner von der Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg. Dort wird unter Federführung von Prof. Dr. med. Gerold Schuler, Direktor der Hautklinik, ebenfalls an Immuntherapien gegen das maligne Melanom gearbeitet. Auf eine Vakzinierung mit autologen dendritischen Zellen (DC), die mit bis zu 16 verschiedenen Melanomantigenen beladen werden (HLA-I- und II-restringiert), sprechen nach Angaben von Schuler-Thurner circa 20 Prozent der Probanden an, vier Patienten lebten nun schon länger als 100 Monate. Auch das Beladen von DC mit autologer tumorspezifischer RNA bringe klinische Erfolge, sagte Schuler-Thurner gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Noch aber seien die Studien nicht publiziert. Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze
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