ArchivDeutsches Ärzteblatt20/1997Prognose für Patienten mit kardiogenem Schock in den USA am günstigsten

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Prognose für Patienten mit kardiogenem Schock in den USA am günstigsten

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LNSLNS Aus der bereits 1993 publizierten GUSTO-I-Studie (Thrombolyse-Strategien bei akutem Myokardinfarkt) wurden jetzt Daten von Patienten mit kardiogenem Schock veröffentlicht. Von den 41 021 Patienten mit akutem Myokardinfarkt, die in 14 verschiedenen Ländern in die Studie eingebracht worden waren und randomisiert mit verschiedenen thrombolytischen Regimen behandelt worden waren, erfüllten 2 972 Patienten die Kriterien des kardiogenen Schocks (1 891 in den USA, 1 081 in den anderen Ländern).
Abhängig von der Einschätzung der behandelnden Ärzte, wurden bei diesen Patienten unterschiedliche konservative oder invasiv-interventionelle diagnostische und therapeutische Maßnahmen ergriffen. Insbesondere waren dies der Einsatz von Pulmonaliskatheter, Linksherzkatheter, intravenöse Applikation inotroper Substanzen, maschinelle Beatmung, intraaortale Ballon-Gegenpulsation (IABP), perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) und koronare Bypass-Chirurgie.
Patienten aus den USA waren jünger als die übrigen Patienten (68 versus 70 Jahre), wiesen seltener Vorderwandinfarkte auf (49 versus 53 Prozent) und wurden schneller einer Behandlung zugeführt (3,1 versus 3,3 Stunden). Aggressive Diagnostik und Therapie wurden in den USA häufiger eingesetzt: Linksherzkatheter (58 versus 23 Prozent), IABP (35 versus 7 Prozent), Pulmonaliskatheter (57 versus 22 Prozent) und Beatmung (54 versus 38 Prozent). 483 der US-Patienten (26 Prozent) erhielten eine PTCA, dagegen nur 82 Patienten aus den anderen Ländern (8 Prozent). Die 30-Tages-Mortalität war in den USA mit 50 versus 66 Prozent signifikant niedriger, dieser Unterschied war auch nach einem Jahr noch nachweisbar (56 versus 70 Prozent).
Obwohl zwischen den amerikanischen und nichtamerikanischen Patientenkollektiven Unterschiede bestanden, führen die Studienautoren das bessere Abschneiden der amerikanischen Patienten mit kardiogenem Schock auf den häufigeren Einsatz von invasiven diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zurück. acc


Holmes DR et al.: Difference in countries’ use of resources and clinical outcome for patients with cardiogenic schock after myocardial infarction: results from the GUSTO trial. Lancet 1997; 349: 75-78.
Prof. David R. Holmes Jr, Cardiovascular Diseases, Mayo Clinic, Rochester, Minnesota 55905, USA.

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