ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2009Krankenhausalltag: Ergänzung
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Es ist 16.50 Uhr. Dr. D. eilt zu seinem Arztzimmer, um sich umzuziehen. Bis spätestens 17.00 Uhr muss er seine Kinder vom Kindergarten abholen. Eigentlich wäre seine Arbeitszeit bereits um 16.15 Uhr beendet gewesen, so hätte er sogar noch Zeit für einen Einkauf gehabt. Leider begann Fr. A. in Zimmer 105 um 16.00 Uhr akut Blut zu erbrechen. Sie musste notfallmäßig versorgt werden. Anschließend musste Dr. D. noch die aktuellen Laborwerte seiner Patienten (er war der einzige Arzt auf der Station) kontrollieren und gegebenenfalls sich daraus ergebende Anordnungen treffen. Die Ergebnisse der CT-Untersuchungen zur Metastasensuche musste er noch Fr. B. mitteilen. Jetzt blieb ihm kaum noch Zeit. Als ihn der Angehörige einer Patientin auf dem Flur ansprach und um ein Gespräch bat, verwies er freundlich auf seine Sprechzeiten. An die Möglichkeit einer Bezahlung der geleisteten Mehrarbeit dachte er gar nicht mehr, die elektronische Zeiterfassung hatte ihn um 16.20 Uhr sowieso schon automatisch ausgeloggt.
Dr. Maya Dieckvoss, Kapitän-Zander-Straße 12, 27576 Bremerhaven
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