ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2009Umweltzonen: Wirksamkeit ist zu überprüfen
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Keine Überschreitung der Feinstaubgrenzwert im Jahre 2008 in Berlin und ein deutlicher Rückgang der Überschreitungen in Köln. Der Artikel offenbart die Widersprüchlichkeit der Diskussion um den Nutzen von Umweltzonen. Einerseits wird darauf hingewiesen, dass die beobachtete Verbesserung der Luftqualität eher wetterbedingt denn Folge der eingeführten Umweltzonen ist, andererseits fordern Vertreter der Ärztekammern des Bundes und Niedersachsens ihre Ausweitung. Anscheinend haben metereologische Faktoren einen deutlich größeren Einfluss auf Feinstaubkonzentrationen in Innenstädten als verkehrsbeschränkende Maßnahmen. Dies erscheint auch nicht unlogisch, da doch andere Feinstaubquellen innerhalb und außerhalb einer Umweltzone nicht beschränkt werden, wie Haushalte, Industrie, Reifen- und Bremsabrieb, Schiffstransporte, Zugverkehr oder Schüttgutverladung etc. Eine verlässliche Zuordnung der Staubquellen würde die Überlegungen, wo Feinstaubreduktion wirklich sinnvoll ist, deutlich erleichtern. Messwerte von Umweltämtern zumindest können nicht zwischen den Quellen differenzieren, wie richtigerweise im Bericht ausgeführt wird. Die einzuhaltenden Feinstaubgrenzwerte sind mithilfe der Welt­gesund­heits­organi­sation auf der Basis umfangreicher wissenschaftlicher Studien zu gesundheitlichen Wirkungen abgeleitet worden. Die Grenzwerte beinhalten also schon gesundheitliche Aspekte, andernfalls würden sie auch keinen Sinn ergeben . . . Es ist schon verwunderlich, dass bei Einführung der Umweltzonen keine Überlegungen erfolgt sind, wie eine Wirksamkeit dieser Maßnahme belegt werden kann . . . Die Überprüfung der Wirksamkeit ist also zu fordern, aber bitte mit wissenschaftlich geeigneten Methoden und Instrumentarien.
Literatur beim Verfasser
Dr. Michael Spallek, Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor e.V., Thielallee 69, 14195 Berlin
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