ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2009Suchterkrankungen: Prävention und Behandlung

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Suchterkrankungen: Prävention und Behandlung

Schulte-Cloos, Angelika

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Rainer Thomasius, Michael Schulte- Markwort, Udo J. Küstner, Peter Riedesser (Hrsg.): Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter. Das Handbuch: Grundlagen und Praxis. Schattauer, Stuttgart, New York 2009, 608 Seiten, gebunden, 69 Euro
Rainer Thomasius, Michael Schulte- Markwort, Udo J. Küstner, Peter Riedesser (Hrsg.): Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter. Das Handbuch: Grundlagen und Praxis. Schattauer, Stuttgart, New York 2009, 608 Seiten, gebunden, 69 Euro
Zum Teil exzessiver Alkoholkonsum gehört bei einem Großteil der Jugendlichen zur Gestaltung des Wochenendes, und das nicht nur bei Jungen. In keinem anderen EU-Land rauchen so viele 15-Jährige regelmäßig wie in Deutschland, auch dabei haben die Mädchen nachgezogen. Etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen mit einem problematischen Suchtmittelkonsum beginnt bereits vor dem 14. Lebensjahr mit dem Missbrauch psychotroper Substanzen. Nach Schätzung des Fachverbands Drogen und Rauschmittel (FDR) gelten gar 25 bis 30 Prozent der unter 25-Jährigen als suchtgefährdet, weil sie entweder pränatal bereits durch Suchtmittel beeinträchtigt wurden, in suchtbelasteten Familien aufwachsen oder selbst zu früh und zu viel konsumieren. Hochgerechnet ergibt das in Deutschland etwa fünf Millionen kindliche oder jugendliche potenziell Süchtige. Daraus entsteht den Betroffenen und ihren Familien nicht nur erhebliches Leid – für die Industrieländer werden die Kosten der suchtbedingten Erkrankungen bei den 15- bis 29-Jährigen auf etwa ein Viertel der in dieser Altersgruppe entstehenden Krankheitskosten geschätzt.

Das Buch richtet sich an diejenigen, die in Prävention und Behandlung der Suchterkrankungen tätig sind. Neben den Grundlagen, den aktuellen Forschungsergebnissen, den klinischen Erscheinungsbildern und der Vorstellung besonderer Risikogruppen folgen Kapitel über Ätiologie, Pathogenese und Diagnostik. Zur Behandlung werden auch spezielle, in unterschiedlichen Regionen angesiedelte Therapieangebote vorgestellt. Nach der Darstellung von Verlauf und Prognose erfährt der Leser, welche unterschiedlichen Ansätze es zur Prävention gibt. Die letzten Kapitel widmen sich den zur Verfügung stehenden Versorgungssystemen und ihren Konzepten und den rechtlichen Aspekten. Die suchtauslösenden Substanzen werden in ihren Facetten ausführlich vorgestellt, und im Anhang findet man sowohl Adressen der bundesweit in der Suchthilfe tätigen Organisationen als auch Adressen kinder- und jugendpsychiatrischer klinischer Abteilungen mit suchtspezifischem Angebot sowie Internetadressen zum Thema Sucht.
Den Herausgebern und Autoren ist ein übersichtliches, vielseitiges und dennoch kompaktes Buch gelungen, das eine seit Langem bestehende Lücke zu füllen vermag.
Angelika Schulte-Cloos
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