ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2009Randnotiz: Zwei freie Berufe
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LNSLNS Gemeinsamkeiten zwischen dem Arztberuf und dem des Journalisten drängen sich nicht gerade auf. Doch beide eint idealerweise die Sorgfalt bei der Berufsausübung und die Unabhängigkeit von fremden Interessen. Im Fall des Journalisten bedeutet das, dass er Ross und Reiter kennen muss, um über sie zu schreiben. Im Fall des Deutschen Ärzteblatts bedeutet es, dass es nicht über Internetumfragen berichtet, die nach dem Schneeballsystem verteilt werden und deren Urheber im Dunkeln bleiben – mögen der Protest gegen eine chaotische Gesundheitspolitik, gegen die Budgetierung und Pauschalierung ärztlicher Leistungen sowie der Einsatz für die Freiberuflichkeit und eine angemessene Vergütung auch noch so berechtigt sein.

„Wir beauftragen die Redaktion des Deutschen Ärzteblattes zum Druck dieser Umfrage“, hatte der anonyme Urheber angekündigt. „Falls mehr als 100 E-Mails dort eingehen, werden sie es drucken müssen.“ Die Zeitschrift werde schließlich von den Ärzten mitfinanziert. Letzteres ist ein Irrtum, denn das Deutsche Ärzteblatt finanziert sich aus Anzeigen vollständig selbst. Zu ersterem ist zu sagen, dass das Deutsche Ärzteblatt seine Themen und Texte im politischen Teil grundsätzlich journalistisch aufbereitet. Dazu gehört, dass man den Stellenwert eines Themas sowie die Seriosität der Quelle prüft und dann die Mittel zur Aufbereitung und Gestaltung wählt.

Bislang haben gut 100 Ärztinnen und Ärzte ihre Namen unter die anonymen Forderungen gesetzt. Sollten diese nicht erfüllt werden, wollen sie vom 1. September an bis zum Tag der Bundestagswahl in den Wahlkampfurlaub gehen.
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