ArchivDeutsches Ärzteblatt20/1997Osteoporose-Prophylaxe: Alendronat erhöht die Knochendichte

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Osteoporose-Prophylaxe: Alendronat erhöht die Knochendichte

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS "Das Messen der Knochendichte ist nur ein teures Instrument zur Compliance-Überwachung, der Erfolg einer Osteoporose-Therapie wird durch das Verhindern von Knochenbrüchen belegt", antwortete Dr. David Hosking (Nottingham) pragmatisch auf die Frage, wie man das Ansprechen auf die Gabe von Alendronat erkennen könne. Großzügig sollte hingegen die DXA (Dual-Energie RöngenstrahlAbsorptiometrie) bei Frauen nach dem 65. Lebensjahr eingesetzt werden, die nach der Menopause keine Hormonersatztherapie durchgeführt hätten, oder wenn Warnzeichen vorlägen. Als Warnzeichen sind anzusehen - auch für Männer - unerklärliche Knochenbrüche nach dem 45. Lebensjahr, chronische Kreuzschmerzen, Verlust an Körpergröße und eine positive Familienanamnese. Zusätzliche Risikofaktoren sind bei beiden Geschlechtern hochdosierte Kortikoidtherapie, Rauchen, längere Immobilität oder geringes Körpergewicht. Bei Nachweis einer Osteoporose-Manifestation sollte unverzüglich eine Behandlung eingeleitet werden, hieß es bei einem Symposium von MSD Sharp & Dohme in Barcelona. Dabei wären die WHO-Kriterien - eine im Vergleich zu jungen, gesunden Erwachsenen um 2,5 Standardabweichungen verminderte Knochenmineraldichte - nur als Richtwert anzusehen. Ausschlaggebender wären die klinischen Faktoren. Als vielversprechende Therapie-Option hat sich Alendronat (Fosamax®) erwiesen. Das Amino-Bisphosphonat greift spezifisch in den bei Osteoporose beschleunigten KnochenumsatzZyklus ein. Weil die Aktivität der Osteoklasten gehemmt wird, kehrt sich die Imbalance von vermehrter Knochenresorption und reduziertem Knochenaufbau ins Positive. Die Knochendichte nimmt innerhalb von drei Jahren um sechs bis acht Prozent zu, wie zahlreiche kontrollierte Studien mit großen Patientenzahlen belegen.
Für die individuelle Osteoporose-Patientin - oder den Patienten - sind aber die daraus resultierenden Konsequenzen viel wichtiger. Was sich erreichen läßt, belegen unter anderem die Ergebnisse der multizentrischen, plazebokontrollierten, doppelblinden FIT-Studie (Fracture Intervention Trial). Eingeschlossen worden waren 2 027 Frauen im Alter zwischen 55 und 80 Jahren, die bereits eine vertebrale Fraktur erlitten hatten. Innerhalb der dreijährigen Behandlungsphase traten unter Verum insgesamt 28 Prozent weniger symptomatische Knochenbrüche auf. Wirbelfrakturen waren um 55 Prozent, Oberschenkelhalsfrakturen um 50 Prozent und Unterarmbrüche um 44 Prozent seltener als in der Kontrollgruppe.
Gabriele Blaeser-Kiel
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