ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2009Morbi-RSA: Kehrtwende der Kassen
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LNSLNS Seit Jahren müssen wir Krankenhausärzte mit den Krankenkassen und dem von ihnen beauftragten MDK diskutieren, ob die im Einzelfall bei der Behandlung gewählten Codierungen das Krankheitsbild (ICD) und die durchgeführten Prozeduren (OPS) ausreichend würdigen und repräsentieren. Hierzu wurden unzählige Mitarbeiter für die Prüfungsinstanzen rekrutiert und absorbiert; ob die Kosten hierfür durch die Einsparungen kompensiert werden, ist bis dato nicht gesichert. Sicher aber ist ein unglaublicher Zuwachs an administrativem Aufwand. Dass die Krankenkassen die Codierung nicht selten nach unten korrigiert sehen wollten, um eine günstigere DRG zu erreichen, hat zu heftigen Kontroversen und gerichtlichen Auseinandersetzungen geführt. Man glaubt einer Sinnestäuschung zu erliegen, wenn man jetzt vom Verhalten der Krankenkassen nach Inkrafttreten des Gesundheitsfonds erfährt: Wurde gestern noch um eine möglichst „kostengünstige Codierung“ gefeilscht, so gehen heute die Kassenvertreter in die Arztpraxen und fordern die Ärzte zum Teil mit „Prämienzahlungen“ dazu auf, die Schwere des Falls auch ja entsprechend zu codieren, damit sie möglicherweise in den Genuss des Zuschlags aus dem morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleich gelangen. – Honi soit qui mal y pense –
Dr. med. Guido W. Kirchgesser, Chefarzt der Chirurgischen Klinik, St. Joseph-Hospital, Wiener Straße 1, 27568 Bremerhaven
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