ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2009Herzinfarktpatienten: Psychische Gesundheit überlebenswichtig

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Herzinfarktpatienten: Psychische Gesundheit überlebenswichtig

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LNSLNS Herzinfarktpatienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) haben ein dreieinhalbfach erhöhtes Risiko, früher zu sterben, als Patienten ohne diese Diagnose. Zu diesem Ergebnis kamen kürzlich deutsche Herzspezialisten um Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig vom Helmholtz-Zentrum München, die Patienten untersucht haben, denen nach einem Herzinfarkt oder Herzstillstand ein Defibrillator eingesetzt worden war.

Bei den 147 Patienten wurden neben PTBS unter anderem auch Depressionen, Ängste und zum Teil starke Herzbeschwerden festgestellt. Allerdings hatten diese keinen Einfluss auf den Zusammenhang zwischen PTBS und Morbidität. Die fünf Jahre dauernde Langzeitstudie kam zu dem Ergebnis, dass PTBS unabhängig von der Schwere der körperlichen Erkrankung, verschiedenen Krankheitsparametern und Komorbidität ein erhebliches Mortalitätsrisiko darstellt, dem im Rahmen von Diagnostik und Behandlung von Herzinfarktpatienten noch viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Die Wissenschaftler fordern daher eine routinemäßige, interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kardiologen und Psychotherapeuten sowie eine psychosoziale Nachbetreuung von Herzinfarktpatienten. ms

Ladwig KH, Baumert J, Marten-Mittag B, Kolb C, Zrenner B, Schmitt C: Posttraumatic stress symptoms predict mortality in patients with Implantable Cardioverter Defibrillators (ICD). Arch Gen Psychiatry 2008; 65(11): 1324–30.
Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig, Helmholtz-Zentrum München, Institut für Epidemiologie, Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg, E-Mail: ladwig@helmholtz-muenchen.de
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