ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2009Auszeichnungen der Bundes­ärzte­kammer: Einsatz für die evidenzbasierte Medizin

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Auszeichnungen der Bundes­ärzte­kammer: Einsatz für die evidenzbasierte Medizin

Hibbeler, Birgit

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Heiner RaspeFoto: Archiv
Heiner Raspe
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Im Rahmen des 10. Jahreskongresses des Deutschen Netzwerkes für Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) am 6. März in Berlin hat die Bundes­ärzte­kammer drei verdiente Persönlichkeiten geehrt: Dr. rer. nat. Gerd Antes (59), Freiburg, erhielt das Ehrenzeichen der deutschen Ärzteschaft. Prof. Dr. med. Johannes Köbberling (69), Wuppertal, und Prof. Dr. med. Dr. phil. Heiner Raspe (63), Lübeck, wurde die Ernst-von-Bergmann-Plakette verliehen. Die Preisträger wurden für ihren herausragenden Einsatz für die wissenschaftlich begründete Gesundheitsversorgung ausgezeichnet. Die Ehrungen überreichte Dr. med. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin.

Gerd Antes gehört als Gründungsdirektor des Deutschen Cochrane-Zentrums zu den Pionieren der evidenzbasierten Medizin (EbM) in Deutschland.
Gerd AntesFoto: Archiv
Gerd Antes
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Der Diplom-Mathematiker ist Mitinitiator des nationalen Registers für klinische Studien. Sein Anliegen – ein unabhängiges und vertrauenswürdiges Wissenschaftsmanagement – hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen in verschiedenen Regionen stellen ihren Mitgliedern die Ergebnisse der Cochrane Collaboration mittlerweile kostenlos zur Verfügung. Antes besonderer Einsatz gilt den Leitlinien. Er ist am Deutschen Leitlinien-Clearingverfahren beteiligt und als Mitglied der erweiterten Leitlinienkommission der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften tätig. Mit seinem Engagement für die EbM hat er wesentlich dazu beigetragen, dass sich das Programm für Nationale Versorgungsleitlinien etabliert hat.

Johannes KöbberlingFoto: Archiv
Johannes Köbberling
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Johannes Köbberling hat ebenfalls maßgeblich daran mitgewirkt, dass das Konzept der wissenschaftlich begründeten Medizin in Deutschland verbreitet wurde. Der Ärztliche Leiter Risiko- und Qualitätsmanagement der Kliniken St. Antonius in Wuppertal, vormals Chefarzt für Innere Medizin und Lehrstuhlinhaber an der Universität Witten/Herdecke, hat sich besonders für eine fundierte ärztliche Fortbildung engagiert. Über viele Jahre hat er Fortbildungskurse für evidenzbasierte Medizin initiiert und durchgeführt. „Der Kampf gegen die unwissenschaftliche und dogmatische Medizin ist Pflicht eines jeden Wissenschaftlers und einer jeden Wissenschaftlerin“, erklärte Köbberling in seiner Eröffnungsrede als Vorsitzender des 103. Internistenkongresses im April 1997.

Ebenfalls für seine Verdienste um die ärztliche Fortbildung wurde Heiner Raspe, Direktor des Instituts für Sozialmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, ausgezeichnet. Auch er zählt zu den prominenten Vordenkern einer wissenschaftlich begründeten Medizin. Seit Mitte der 90er-Jahre hat er sich für die Implementierung der EbM eingesetzt – in Klinik und Wissenschaft, mit Publikationen sowie als Herausgeber wissenschaftlicher Organe und durch seine Mitarbeit in Gremien im In- und Ausland. Mit seiner Analyse „Evidence based medicine: Modischer Unsinn, alter Wein in neuen Schläuchen oder aktuelle Notwendigkeit?“ hat er 1996 eine der ersten deutschen Arbeiten zu EbM publiziert. 1997 startete er in Lübeck den ersten EbM-Kurs im deutschen Sprachraum. Ebenso wie Antes und Köbberling war Raspe an der Gründung des DNEbM beteiligt. Birgit Hibbeler

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