KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2009; 106(15): A-722

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Wie man lebt und überlebt, autonom bleibt und zusammenfindet, erklären uns die Filme im April. Das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

DRAMA
Ab 2. April:
John Rabe
Florian Gallenbergers Kriegsdrama über die Rettung Hunderttausender Chinesen durch einen deutschen Kaufmann ist Favorit beim Deutschen Filmpreis am
24. April in Berlin. 1937 in Nanking: Seit vielen Jahren leitet John Rabe (hervorragend: Ulrich Tukur) die deutsche Siemens-Niederlassung. Als er nach Berlin zurückbeordert wird, bombardieren japanische Kampfflugzeuge die Stadt. Panisch fliehen die Einwohner auf das Firmengelände, das Rabe kurzerhand zur unabhängigen Schutzzone ausruft. Diplomat Rosen (Daniel Brühl) und Rektorin Dupres (Anne Consigny) unterstützen ihn. Durch Rabes Tagebucheinträge aus dem Off und Originalmaterial ist der in China gedrehte Film auch ein zeithistorisches Dokument.
Deutschland/Frankreich 2009, 134 Min.
Ab 9. April:
So glücklich war ich noch nie
Tragikomisches Abenteuer eines Betrügers und sein Spiel mit falschen Identitäten: Gerade aus der Haft entlassen, sucht Frank (Devid Striesow) Unterschlupf bei seinem grundehrlichen Bruder. Er ging der Polizei ins Netz, weil er sich auf einen verhängnisvollen Flirt mit der hübschen Boutique-Kundin Tanja (Nadja Uhl) eingelassen hatte. Als er Tanja wiedertrifft, verliebt er sich in sie und gerät erneut auf die schiefe Bahn. Nach seinem gelungenen Dokumentarfilm „Die Hochstapler” taucht Alexander Adolph auch für sein Spielfilm-Regiedebüt in die Psyche eines notorischen Schwindlers ein.
Deutschland 2009, 94 Minuten (FSK: 12)

THRILLER
Ab 30. April:
Duplicity
Julia Roberts und Clive Owen stehen erneut als Traumpaar vor der Kamera – in einem Thriller über Wirtschaftskriminalität. Claire Stenwick und Ray Koval waren früher in den Geheimdiensten ihrer Regierungen beschäftigt. Jetzt arbeiten beide im Privatsektor als Industriespione für den Equikrom-Konzern. Für ihre Bosse Tully (Tom Wilkinson) und Garsik (Paul Giamatti) jagen sie jeder für sich einem milliardenschweren Patent nach. Keiner ahnt, dass sie eine heimliche Affäre und eigene Pläne haben. Dabei knistert die Chemie der Protagonisten noch ebenso überzeugend wie einst im Beziehungsdrama „Hautnah” von Mike Nichols.
USA 2009, 125 Minuten

KOMÖDIE
Ab 16. April:
Foto: Concorde
Foto: Concorde
Liebe auf den zweiten Blick
Nein, das Leben meint es nicht gut mit Harvey (Dustin Hoffman) und Kate (Emma Thompson): Er ist um die 60, Komponist von Werbejingles und steht schwer unter Druck. Eine letzte Chance räumt ihm der Chef ein, und ausgerechnet da muss der New Yorker nach London, zur Hochzeit seiner Tochter. Eigentlich ein freudiges Ereignis, wäre da nicht die entfremdete Ex (Kathy Baker) nebst virilem Zweitmann (James Brolin) und der Beschluss der Tochter, lieber vom Stiefvater zum Traualtar geführt zu werden. Kate (Foto) dagegen geht auf die 50 zu, führt am Flughafen Heathrow Passagierumfragen durch, schlägt sich mit versteinertem Lächeln durch peinliche Blind Dates und wird von ihrer Mutter (Eileen Atkins) via Handy terrorisiert. Doch trotz aller Schwierigkeiten finden Harvey und Kate in der zwischen Witz und Ernst, Herz und Verstand pendelnden Romantic-Comedy zusammen.
USA 2008, 93 Minuten

Ab 23. April:
C’est la Vie
Mit drei „Césars“, dem französischen Pendant zum Oscar, gehört „Le premier Jour du Reste de la Vie“, so der Originaltitel, zu den strahlenden Siegern der diesjährigen Preisverleihung. In Frankreich war die Familienkomödie ein Publikumsrenner: Fünf unterschiedliche Menschen – Marie-Jeanne (Zabou Breitman) und Robert (Jacques Gamblin) und ihre drei Kinder Albert, Raphaël und Fleur – werden an jeweiligen Wendepunkten ihres Lebens porträtiert. Außer dem mitreißenden Soundtrack (David Bowie, Lou Reed) sorgt die authentische, an Überraschungen reiche Story für gute Unterhaltung.
Frankreich 2008, 114 Minuten
Sabine Schuchart

DVD-Tipp
Helmut Wimmer: „Zurück zu einem unbekannten Anfang“: 2 DVDs, 100 + 67 Min., Polyfilm Wien, ab circa 27 Euro. Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel. Foto: Helmut Wimmer, Wien
Helmut Wimmer: „Zurück zu einem unbekannten Anfang“: 2 DVDs, 100 + 67 Min., Polyfilm Wien, ab circa 27 Euro. Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel. Foto: Helmut Wimmer, Wien
Leben mit Alzheimerkranken
Nicht nur der Kranke ist betroffen, sondern auch die Angehörigen, die ihn pflegen und sein Leben bestmöglich gestalten wollen. Der Dokumentarfilm (DVD 1) gibt Einblick in fünf häusliche Lebensgemeinschaften mit Alzheimerkranken: Von der Großfamilie über eine Mutter-Sohn-Beziehung bis hin zum allein lebenden Ehepaar erfährt der Betrachter von alltäglichen Problemen, emotionalen Anforderungen und Momenten von Glück. DVD 2 liefert in sechs Kurzbeiträgen Fachinfos zum Verständnis der Krankheit: Experten – darunter ein Neurologe und eine Gerontologin – kommen zu Wort.
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