ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2009Arzneimittelhersteller: Branche trotzt der Krise

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Arzneimittelhersteller: Branche trotzt der Krise

Rabbata, Samir

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Foto: BMG
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Die Pharmaindustrie hat in den vergangenen Jahren gute Geschäfte gemacht. Dies könnte sich trotz des allgemeinen Wirtschaftsabschwungs fortsetzen.

Großkonzerne, Mittelständler und Kleinunternehmer in Deutschland leiden unter dem weltweiten wirtschaftlichen Abschwung. Als krisenfest hat sich dagegen die Pharmaindustrie erwiesen. „Die Wirtschaftskrise hat bislang keine wesentlichen Auswirkungen auf die Pharmabranche in Deutschland“, sagte Dr. Bernd Wegener, Vorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), am Rande einer Verbandstagung in Berlin. Dass das vergangene Jahr für die meisten Unternehmen gut verlaufen ist, zeigte auch eine Mitgliederbefragung des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller. Demnach ist die Branche für 2009 optimistisch.

Wie gut die Geschäfte der Arzneimittelhersteller seit einigen Jahren laufen, wird insbesondere bei einer Betrachtung der Wachstumsraten dieses Industriezweigs im Vergleich zu den anderen Bereichen des verarbeitenden Gewerbes deutlich. Während die Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse in Deutschland zwischen 2000 und 2007 um 48 Prozent zunahm, wuchs die Produktion im verarbeitenden Gewerbe im gleichen Zeitraum nur um 21 Prozent. Dies geht aus dem dritten Bericht der Task Force „Pharma“ hervor, einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Bundesministerien, der Chemie-Gewerkschaft und Pharmafirmen. Ihr Ziel ist es, die Standortbedingungen für die Arzneimittelhersteller zu verbessern.

Nach dem Bericht konnte das jährliche Wachstum der pharmazeutischen Produktion in Deutschland in den letzten Jahren mit den anderen großen Pharmastandorten USA, Frankreich und Großbritannien Schritt halten. Verbesserungsbedarf sehen die Mitglieder der 2003 gegründeten Arbeitsgruppe dennoch. Insbesondere für die Förderung innovativer Technologien wie der individuellen Arzneimitteltherapie und dem Tissue Engineering geben sie Politik, Industrie und Selbstverwaltungspartnern in ihrem Papier Handlungsempfehlungen.

So fordert die Task Force die Industrie auf, parallel zur Entwicklung von Medikamenten für die individualisierte Arzneimitteltherapie entsprechende validierte Tests zu erarbeiten. Politik, Ärztekammern und Fachgesellschaften sollen die Aus-, Weiter- und Fortbildung in diesem Bereich verbessern. Zudem appelliert die Gruppe an Fachgesellschaften und Ärztekammern, Erkenntnisse der individualisierten Arzneimitteltherapie in entsprechende Leitlinien aufzunehmen.

Zur Förderung des Tissue Engineering sprechen sich die Experten für neue Modelle der klinischen Prüfung aus. Bereits bei der Planung der Studien sollte geklärt werden, ob zusätzliche Daten für eine spätere gesundheitsökonomische Nutzenbewertung erhoben werden können. Vom Gemeinsamen Bundes­aus­schuss fordert die Task Force mehr Transparenz bei Entscheidungen über die Erstattungsfähigkeit von Innovationen.

Samir Rabbata
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