ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2009Tabakentwöhnung bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung
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Hintergrund: Bis zu 50 % der älteren Raucher entwickeln eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und mehr als 80 % der COPD-Morbidität werden durch das Tabakrauchen verursacht. Trotz erheblicher Symptomatik gelingt es vielen Patienten nicht, das Rauchen ohne Hilfe zu beenden.
Methoden: Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin wurde mit Experten aus 9 medizinischen Fachgesellschaften eine S3-Leitlinie zur Tabakentwöhnung bei COPD erstellt. Hierzu wurden – unter Berücksichtigung bereits publizierter Leitlinien und initial mehr als 2 000 Publikationen – in zwei Konsensuskonferenzen und anschließendem Delphi-Verfahren die Aussagen und der Text erarbeitet.
Ergebnisse: Mit hoher Evidenz können unter anderem folgende Aussagen formuliert werden: Ein Tabakentwöhnungskonzept, das sowohl eine medikamentöse als auch eine psychosoziale Unterstützung umfasst, hat sich für COPD-Patienten als effektiv erwiesen. Die Tabakentwöhnung hat positive Effekte auf Lungenfunktion, Luftnot, Husten, Exazerbationsrate und Sterblichkeit. Die Verbesserung der Lungenfunktion und die Minderung der Beschwerden sind nicht zu erwarten, wenn der Tabakkonsum lediglich reduziert wird. Die Tabakentwöhnung ist die wirksamste und kosteneffektivste Einzelmaßnahme, um das Risiko der COPD-Entstehung herabzusetzen und das Voranschreiten der Erkrankung zu stoppen. Daher sollte die Tabakentwöhnung nachhaltig auf allen Versorgungsebenen gefördert werden.
Schlussfolgerung: Insgesamt ist die Tabakentwöhnung unzweifelhaft eine der effektivsten medizinischen Interventionen. Trotzdem wird sie im deutschen Gesundheitssystem noch unzureichend berücksichtigt.
Dtsch Arztebl Int 2009; 106(16): 276–82
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0276
Schlüsselwörter: Nikotinentwöhnung, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, evidenzbasierte Medizin, Rauchen, Suchtverhalten
LNSLNS Nach den Mikrozensus-Umfragen zählt in Deutschland circa ein Drittel der Bevölkerung zu den Rauchern. Dabei gaben rund 50 % der rauchenden Männer und etwa ein Drittel der rauchenden Frauen an, mehr als 20 Zigaretten täglich zu konsumieren. Das Durchschnittsalter, ab dem erstmals regelmäßig geraucht wird, liegt bei 13 bis 14 Jahren. In der Europäischen Union ist Deutschland eines der Länder mit dem höchsten Tabakkonsum (1, 2). Die überwältigende Mehrheit der Raucher (80 bis 90 %) will prinzipiell mit dem Rauchen aufhören, ist aufgrund der ausgeprägten Suchtwirkung jedoch nicht dazu in der Lage (3, 4). Etwa 30 % der Raucher unternehmen innerhalb eines 12-Monats-Zeitraumes mindestens einen ernsthaften Versuch, das Rauchen einzustellen. Dieser ist ohne Unterstützung allerdings in weniger als 5 % der Fälle für die nächsten 12 Monate erfolgreich.

Tabakrauch ist mit einem relativen Risiko von 13 der wesentliche Risikofaktor für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) (5, 6). Bis zu 50 % der älteren Raucher entwickeln eine COPD (7) und 80 bis 90 % der COPD-Morbidität werden durch das Tabakrauchen verursacht. Die COPD ist derzeit weltweit die fünft-häufigste Todesursache mit stark steigender Tendenz (1). Etwa 8 bis 13 % der erwachsenen Bevölkerung in Europa und Nordamerika leiden nach aktuellen Studien an einer COPD (5, 8). Die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten durch COPD sind erheblich und werden auf weit über 10 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt (9). Auch bei bereits klinisch manifester COPD hat die Einstellung des Tabakkonsums positive Effekte. Viele Publikationen weisen darauf hin, dass die Tabakentwöhnung bei Patienten mit COPD möglich und effektiv ist.

Vor diesem Hintergrund wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin eine S3-Leitlinie zur Tabakentwöhnung bei Patienten mit COPD verfasst.

Erstellung der Leitlinie
Die Entwicklung der Leitlinie dauerte von 2005 bis Anfang 2008. Insgesamt 16 Experten aus 9 verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften erarbeiteten nach definierten Kriterien die Kernaussagen (Kasten 1 gif ppt). Mit der höchsten Entwicklungsstufe S3 basiert diese Leitlinie auf einer systematischen Literaturanalyse und einem interdisziplinären Konsensusprozess.
Entsprechend den internationalen Bemühungen zur Kooperation und Arbeitsteilung in der Leitlinienentwicklung entschloss sich die Expertengruppe, bereits vorhandene aktuelle, evidenzbasierte nationale und internationale Leitlinien zu berücksichtigen (1, e1e9). Ferner wurden durch Datenbankabfrage initial mehr als 2 000 Titel überprüft. Die Metaanalysen und wesentliche Literaturstellen (> 50) wurden in Evidenztabellen zusammengefasst. Die Erstellung der Leitlinie, insbesondere die Literatursuche und -Bewertung, wurde durch Herrn PD Dr. H. Sitter, Institut für theoretische Chirurgie, Universität Marburg, als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) methodisch begleitet.
Die Bewertung der Literaturstellen und der Metaanalysen erfolgte in Anlehnung an das Oxford Centre for Evidence-based Medicine (10) von 1 (= Metaanalyse randomisierter Studien oder randomisierte Studie) bis 5 (= Expertenmeinung). Die Überleitung in Evidenzgrade und Empfehlungsgrade wurde unter anderem unter Bezugnahme auf die Einteilung nach dem aktuellen Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL) Methoden-Report (11) vorgenommen:
Starke Empfehlung
Empfehlung
Empfehlung offen.
In zwei, jeweils zweitägigen Konsensuskonferenzen unter Moderation von Herrn PD Dr. H. Sitter wurden die Aussagen und der Text unter Bezug auf die zugrunde liegende Evidenz erarbeitet. Abschließend wurde die Leitlinie erneut einem Delphi-Verfahren unterworfen.

Die Erstellung der Leitlinie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) finanziell unterstützt. Ein Teil der Gelder wurde über Mitgliedsbeiträge und Spenden, ein anderer Teil durch Einnahmen im Rahmen der Jahrestagung erbracht. Alle Experten arbeiten ehrenamtlich und haben keine Honorare bezogen (Kasten 1).
Die Vollversion der Leitlinie ist 2008 publiziert worden (12). Zudem sind die Leitlinie, der Methodenreport und die Fassung für die Patienten über die Homepage der AWMF verfügbar (www.awmf-leitlinien.de ).

Ergebnisse
Tabakrauchen als Sucht
Bei Menschen oder Tieren, die über längere Zeit Nikotin verabreicht bekommen haben, führt ein Entzug von Nikotin zu Entzugssymptomen wie:
- Dysphorie
- Schlafstörungen
- Depressivität
- innere Unruhe
- motorische Unruhe
- Angstzustände
- Appetitsteigerung
- Konzentrationsstörungen.
In einer aktuellen englischen Studie führte bereits das Rauchen einer einzigen Zigarette im Alter von 11 Jahren nach 3 weiteren Jahren zu einer Verdopplung des adjustierten relativen Risikos, mit einem regelmäßigen Tabakkonsum zu beginnen (13). Dies zeigt die starke Suchtwirkung des Nikotins insbesondere bei Jugendlichen (e10).

Die deutliche Mehrheit der Raucher (80 bis 90 %) will prinzipiell mit dem Rauchen aufhören (3, 4). Lediglich etwa 30 % unternehmen innerhalb von 12 Monaten mindestens einen ernsthaften Versuch, das Rauchen einzustellen. Dieser Rauchstopp ist ohne Unterstützung allerdings in weniger als 5 % erfolgreich. Insgesamt kann man festhalten, dass über Tabakrauch aufgenommenes Nikotin die Eigenschaften einer Droge mit hohem Abhängigkeitspotenzial besitzt (Evidenzgrad 1).

Rauchen als Auslöser einer Vielzahl von Lungenerkrankungen
Zigarettenrauch ist ein heterogenes Aerosol aus mehr als 4 000 Substanzen, das bei der unvollständigen Verbrennung von Tabak entsteht. Er bewirkt eine komplexe Veränderung der zellulären und humoralen Immunantwort, wodurch letztlich respiratorische und systemische Infektionen begünstigt und die immunologische Kontrolle von Mutationen beeinträchtigt werden. In Kasten 2 (gif ppt) sind die wesentlichen Lungenerkrankungen zusammengefasst, die infolge von Tabakrauchen entstehen.

Tabakrauchen als Ursache der COPD
Die COPD ist derzeit weltweit die fünft-häufigste Todesursache mit stark steigender Tendenz (1). Etwa 8 bis 13 % der erwachsenen Bevölkerung in Europa und Nordamerika leiden nach aktuellen Studien an einer COPD (5, 8). Bei einem Teil der betroffenen Patienten ist dieses Krankheitsbild nicht diagnostiziert und sie sind sich der Erkrankung nicht bewusst. Bei Abklärung der Luftnot wird noch zu selten an pneumologische Erkrankungen gedacht (8).

Tabakrauch ist mit einem relativen Risiko von 13 der wesentliche Risikofaktor für die COPD (5, 6). Das heißt, Tabakrauchen führt zu einer 13-fachen Zunahme des Risikos an einer COPD zu erkranken. Bis zu 50 % der älteren Raucher entwickeln eine COPD (7). 80 bis 90 % der COPD-Morbidität werden durch das Tabakrauchen verursacht (57).

Die COPD ist eine Systemerkrankung. Das heißt, sie bewirkt eine Reihe von extrapulmonalen Veränderungen. Hier sind kardiale, muskuläre, ossäre, psychische und soziale Krankheitsfolgen zu nennen. Diese Zusammenhänge werden unter anderem durch die ausgeprägte systemische Inflammation und neuro-humorale Aktivierung vermittelt (14).
In vielen großen epidemiologischen Querschnitt- und Längsschnittuntersuchungen konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Rauchen die Lungenfunktion verschlechtert (15). Rauchen in der Jugend reduziert die Zunahme der Lungenfunktion während des körperlichen Wachstums und somit die forcierte Einsekundenkapazität (FEV1 ) während des späteren Lebens (e11). FEV1 bedeutet: „forciertes expiratorisches Volumen in einer Sekunde“ – das ist die Luftmenge, die der Patient mit aller Kraft innerhalb einer Sekunde ausatmen kann (» Lungenfunktionstest).

Passivrauchen als Grund für eine COPD
In Deutschland sind 27 % der nichtrauchenden Bevölkerung am Arbeitsplatz oder in der Freizeit regelmäßig Passivrauch ausgesetzt (2). Nach epidemiologischen Daten, die vor der Gesetzgebung zum Nichtraucherschutz erhoben wurden, sterben in Deutschland jährlich 3 000 bis 4 000 Nichtraucher an den Folgen einer Passivrauchexposition (16). Davon sterben mehr als 900 Nichtraucher an einer durch Passivrauchen verursachten COPD (16). Insgesamt ist festzuhalten, dass Passivrauchexposition ein Risikofaktor für die Entstehung einer COPD ist (Evidenzstärke 1). Dies hat Konsequenzen unter anderem bei der Anerkennung von Berufserkrankungen.

Tabakrauchen bei COPD-Patienten
Trotz der ausgeprägten Symptome gelingt es nur einem Teil der COPD-Patienten, das Rauchen aufzugeben. So findet man unter ihnen immer noch einen deutlich höheren Anteil an aktiven Rauchern als in der Allgemeinbevölkerung (8). Eine chronische Atemwegserkrankung erhöht das Risiko für eine Depression (e12), und Rauchen kann bei latent depressiven Patienten den Charakter einer Selbstmedikation annehmen (Rauchen und Nikotin als Antidepressivum) (e13). Diese Zusammenhänge er-klären, dass es COPD-Patienten besonders schwer fällt, den Tabakkonsum zu beenden: Rauchende Patienten mit COPD weisen eine besonders hohe Nikotin-Abhängigkeit auf (Evidenzstärke 2). Daher sind integrierte Ansätze in der Tabakentwöhnung notwendig.

Diagnostik/Fragebogen
Voraussetzung für die Unterstützung und die Motivation bei der Tabakentwöhnung von COPD-Patienten ist die vollständige Tabak-Anamnese. Die Erfassung der Anamnese führt zu einer Erhöhung der Anzahl der erfolgreich entwöhnten Patienten (17), wird jedoch augenblicklich zu selten durchgeführt. Daher sollte der Tabakkonsum regelmäßig erfragt und dokumentiert werden (Empfehlungsgrad ÝÝ, das heißt: starke Empfehlung).

Um das Ausmaß der Abhängigkeit zu bestimmen, ist der „Fagerström-Test for Nicotine Dependence“ (FTND) (e14) gut geeignet. Die zwei wesentlichen der sechs Fragen lauten:
- Wann nach dem Aufwachen rauchen Sie Ihre erste Zigarette?
- Wie viele Zigaretten rauchen Sie durchschnittlich pro Tag?
Der FTND ist ein aussagekräftiges Messinstrument zur Vorhersage der kurz- und langfristigen Abstinenz nach einem Rauchstopp (18). Die zusätzliche strukturierte Erfassung einer eventuellen depressiven Stimmungslage/Disposition zum Beispiel mit dem HADS-D-Fragebogen ist sinnvoll.

Motivierende Beratung
COPD-Patienten sind gegenüber einer ärztlichen Empfehlung zum Rauchstopp aufgeschlossen (Grafik gif ppt). Diese Empfehlung ist insbesondere wirksam, wenn Symptome der COPD oder pathologische medizinische Befunde im Zusammenhang mit dem Tabakkonsum thematisiert werden (e15e17). Wie in kontrollierten Studien gezeigt wurde, ist hier insbesondere die Erläuterung der Lungenfunktion effektiv. Das Gespräch kann unter Bezug auf die 5 A (Kasten 3 gif ppt) formalisiert werden.
Die motivierende Intervention kann man anwenden, wenn der Raucher nicht bereit ist, primär einen Rauchstopp zu vereinbaren. Das motivierende Interview ist eine Technik zur Änderung von abhängigem Verhalten, die initial erfolgreich bei der Alkoholentwöhnung eingesetzt wurde (e18). Das Konzept des motivierenden Interviews verlangt eine kritische Reflexion der Rolle der Beratenden, die sich folgendermaßen zeigen soll:
- offene Fragen stellen
- aktiv zuhören (Empathie)
- das Verhalten des Gegenübers würdigen (Respekt)
- Gesagtes zusammenfassen
- flexibel mit Widerstand umgehen
- „selbstmotivierende“ Äußerungen freisetzen.
In einer kürzlich durchgeführten Studie war das hausärztliche motivierende Interview 5-mal so wirksam wie eine herkömmliche Aufforderung das Rauchen zu beenden (e18). Allerdings beanspruchte das motivierende Interview auch mehr Zeit.

Positive Effekte der Tabakentwöhnung
Die Einstellung des Rauchens führte in prospektiven, kontrollierten und randomisierten Studien zu einer Halbierung des jährlichen FEV1-Verlusts (e19). Im ersten Jahr nach der Beendigung des Tabakkonsums nimmt der FEV1-Wert sogar zu (e19). Selbst nach 11 Jahren lag die jährliche FEV1-Abnahme in der Gruppe der erfolgreich entwöhnten Raucher deutlich unter derjenigen in der Gruppe der kontinuierlichen Raucher (19). Anders ausgedrückt kann bei einem von drei Rauchern mit leichter bis mittelgradiger COPD in den drei folgenden Jahren eine schwere oder sehr schwere COPD durch die Aufgabe des Rauchens verhindert werden (8). Weiter senkt die Tabakentwöhnung die Sterblichkeit und die Krankenhaus-Einweisungen signifikant (Kasten 4 gif ppt).

Rauchreduktion ist keine Alternative zum Rauchstopp
Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine Einschränkung des Rauchens im Hinblick auf die Progression der COPD (jährlicher FEV1-Abfall) keine klinisch relevante Wirkung hat (e19e21). Hierfür werden insbesondere Kompensationsmechanismen verantwortlich gemacht, bei denen ein verändertes Rauchverhalten (tiefere und längere Inhalation) den Effekt einer geringeren Zahl an konsumierten Zigaretten aufwiegt (e19, e21). Somit sind eine Verbesserung der Lungenfunktion und eine Minderung der Beschwerden nicht zu erwarten, wenn der Tabakkonsum lediglich reduziert wird (Evidenzgrad 2).

Integrierter Ansatz, Tabakentwöhnungprogramm
Bei rauchenden COPD-Patienten liegt – wie bereits dargelegt – ein besonders hoher Grad der Nikotinabhängigkeit vor. Dies erfordert strukturierte Tabakentwöhnungsprogramme, die sowohl medikamentöse als auch nicht medikamentöse Interventionen umfassen (20, 21). Die nichtmedikamentöse oder psychosoziale Intervention besteht insbesondere aus einem strukturierten mehrstündigen Tabakentwöhnungsprogram (21). Da symptomatische Raucher insbesondere dann eine höhere Motivation zum Rauchstopp aufweisen, wenn sie ihre Symptome in erster Linie auf das Rauchen selbst zurückführen (e22, e23), sollten in einem multimodalen Entwöhnungskonzept neben kognitiven und Sucht-Aspekten auch die subjektiven respiratorischen Beschwerden und die objektiven Befunde wie zum Beispiel die Lungenfunktion berücksichtigt werden.

Aus einem Cochrane-Review zur Tabakentwöhnung von COPD-Patienten und weiterer aktueller Literatur lassen sich die folgenden Aussagen ableiten (19, 21): Ein Entwöhnungskonzept, das sowohl medikamentöse als auch psychosoziale Unterstützung umfasst, hat sich für COPD-Patienten als effektiv erwiesen (Evidenzgrad 1). Ausreichende Studien zur Wirksamkeit der alleinigen psychosozialen Unterstützung bei COPD-Patienten liegen nicht vor.

Medikamentöse Behandlung
Psychosoziale Behandlungsformen medikamentös zu unterstützen, erhöht die Abstinenzaussichten bei Patienten mit einer COPD wesentlich. Folgende medikamentösen Ansätze sind etabliert (Tabelle gif ppt):

Nikotinersatztherapie
Die Nikotinersatztherapie zielt darauf, die Entzugssymptomatik und das Rauchverlangen durch eine vorübergehende, gesteuerte Nikotingabe über ein schadstofffreies Trägermedium zu mildern. Die verfügbaren Nikotinersatzprodukte sind apothekenpflichtig, jedoch nicht verschreibungspflichtig (Ausnahme: Nikotinnasenspray ist in Deutschland verschreibungspflichtig und nur über die internationale Apotheke zu beziehen). Die Nikotinersatztherapie verdoppelt in etwa die Erfolgsrate in der Tabakentwöhnung (22). Bei stark abhängigen Rauchern ist eine Kombination aus Pflastern und zum Beispiel Kaugummi sinnvoll.

Vareniclin
Vareniclin ist ein partieller Nikotin-Agonist. Er wurde in Deutschland für die Behandlung der Tabakabhängigkeit zugelassen. Vareniclin ist apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig, aber nicht erstattungsfähig. Vareniclin ist wirksamer als Bupropion mit einer Odds Ratio (OR) von 1,7 (95-%-Konfidenzinterval [CI]: 1,3–2,2) gegenüber Bupropion (23). Als Nebenwirkungen werden Schwindel, Übelkeit, lebhafte Träume, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schlaflosigkeit und Flatulenz genannt. Die Substanz wird insbesondere international häufig verordnet und daher hier vorgestellt, obwohl bisher noch keine Studie für Patienten mit COPD vorliegt.

Bupropion
Für Patienten mit COPD gibt es zwei Studien mit dem Nachweis einer Wirksamkeit nach 6 Monaten (24). An einem allgemeinen Raucherkollektiv zeigte sich unter Bupropion eine Verdopplung der Erfolgsrate (OR 2,06, 95-%-CI: 1,77–2,40). Während einer Behandlung mit Bupropion können Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Schwindel und Mundtrockenheit auftreten. Das Risiko für epileptische Anfälle ist erhöht, weshalb entsprechende Kontraindikationen streng zu beachten sind.

Gesundheitsökonomische Aspekte
Unter Berücksichtigung publizierter Erfahrungen (6, 25) errechnen sich für die Tabakentwöhnung Kosten von etwa 300 bis 1 200 Euro pro gewonnenem Lebensjahr. Die Kosten pro gewonnenem Lebensjahr betragen zum Beispiel für die Hämodialyse bei chronischer Niereninsuffizienz etwa 60 000 Euro, für die operative Myokardrevaskularisation 20 000 Euro und für die medikamentöse Therapie des arteriellen Hypertonus 50 000 Euro (e24). Die Tabakentwöhnung ist die wirksamste und kosteneffektivste Einzelmaßnahme, um das Risiko für die Entstehung einer COPD herabzusetzen und das Voranschreiten der Erkrankung zu stoppen (Evidenzgrad 1). Daher muss die Tabakentwöhnung nachhaltig auf allen Versorgungsebenen gefördert werden (ÝÝ, starke Empfehlung).

Trotzdem wird die Tabakentwöhnung im Deutschen Gesundheitssystem unzureichend berücksichtigt. Die Einordnung medikamentöser Entwöhnungshilfen als nicht erstattungsfähige Lifestyle-Präparate in § 34 Sozialgesetzbuch V und der Arzneimittelrichtlinie wird den Notwendigkeiten der evidenzbasierten Medizin nicht gerecht.

Resümee
In Deutschland ist im Widerspruch zur internationalen Datenlage und Erfahrung die Tabakentwöhnung marginalisiert. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems.

Ein Entwöhnungskonzept, das sowohl eine medikamentöse als auch eine psychosoziale Unterstützung umfasst, hat sich für COPD-Patienten als ausgesprochen effektiv erwiesen.

Danksagung
Die Autoren danken der DGP für die Finanzierung der Sekretariatsstelle und der Konsensus-Konferenzen.

Interessenkonflikt
Prof. Andreas erhielt Honorare für Vorträge und klinische Studien zum Thema Tabakentwöhnung von der Firma Pfizer.
Dr. Hering erhielt Honorare für Beratung und Vorträge zum Thema Tabakentwöhnung von Pfizer, GSK, Pharmacia, Novartis und Johnson & Johnson.
Prof. Nowak hat Vortragshonorare im Zusammenhang mit Veranstaltungen zur Raucherentwöhnung von den Firmen Pfizer und GSK erhalten.
Dr. Raupach erhielt Honorare für Vorträge und klinische Studien zum Thema Tabakentwöhnung von der Firma Pfizer.
Prof. Worth wurde honoriert für Vorträge zum COPD-Management für Ärzte und Patienten von den Firmen GSK und Pfizer.
Prof. Mühlig erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 12. 2. 2009, revidierte Fassung angenommen: 18. 2. 2009

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Stefan Andreas
Lungenfachklinik Immenhausen/Kreis Kassel
Pneumologische Lehrklinik der Universität Göttingen
Robert Koch Straße 3, 34376 Immenhausen
sandreas@lungenfachklinik-immenhausen.de

Summary
Clinical Practice Guideline: Smoking Cessation in Chronic Obstructive Pulmonary Disease—An Effective Medical Intervention
Background: As many as 50% of older smokers develop chronic obstructive pulmonary disease (COPD), and more than 80% of COPD-
associated morbidity is caused by tobacco smoking. Despite the severe symptoms from which COPD patients suffer, they are often unable to quit smoking on their own.
Methods: Experts from 9 medical societies, under the aegis of the German Society of Pulmonology and Respiratory Medicine (Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin), have developed an S3 guideline on smoking cessation in COPD. They took previously published guidelines into account, as well as more than 2000 initially surveyed publications, and created the new guideline in two consensus conferences followed by a Delphi process.
Results: The following strongly evidence-based statements can be made: A smoking cessation strategy based on a combination of medication and psychosocial support has been found to be effective in COPD patients. Smoking cessation improves pulmonary function, alleviates dyspnea and cough, reduces the frequency of COPD exacerbations, and lowers mortality. Smoking reduction alone does not improve pulmonary function or alleviate symptoms. Smoking cessation is the most effective and least expensive single means of lowering the risk of developing COPD and of arresting its progression. Smoking cessation should therefore be strongly promoted at all levels of health care delivery.
Conclusions: There is no question that smoking cessation ranks among the most effective medical interventions, yet the German health care system still does not assign it an adequate priority.
Dtsch Arztebl Int 2009; 106(16): 276–82
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0276
Key words: nicotine withdrawal, chronic obstructive pulmonary disease, evidence-based medicine, smoking, addiction

Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1609
The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de
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Lungenfachklinik Immenhausen: Prof. Dr. med. Andreas
Pneumologe, Berlin: Dr. med. Hering
Klinische Psychologie, Technische Universität Chemnitz: Prof. Dr. phil. Mühlig
Institut für Arbeits-, Sozial-und Umweltmedizin, Universitätsklinikum München: Prof. Dr. med. Nowak
Abteilung Kardiologie und Pneumologie, Universitätsmedizin Göttingen: Dr. med. Raupach
Medizinische Klinik I, Klinikum Fürth: Prof. Dr. med. Worth
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Avatar #688573
Norbert Zillatron
am Mittwoch, 20. August 2014, 20:21

Übersehene Alternative

Die meisten dieser Patienten haben bereits etliche vergeblich Versuche mit den üblichen Entwöhnungsmittel und -methoden hinter sich.

Auch wenn es nicht die völlige Abstinenz bringt, könnte das hier doch eine Alternative sein, die funktioniert: http://www.mdpi.com/1660-4601/11/5/4965

Ich weiß von etlichen Menschen in Foren, dass sie trotz COPD und Asthma den Tabakkonsum mit konventionellen Mitteln nicht längerfristig einstellen konnten. Erst mit Hilfe anpassungsfähiger Dampfgeräte und einer großen Auswahl an verfügbaren Aromen ist ihnen dies gelungen. Ärztliche Untersuchungen der Lungenfunktion belegen auch objektiv deutliche Verbesserungen.

Auch wenn es nicht üblich ist, ein Genussmittel bei Behandlungen zu berücksichtigen, sollten Sie bedenken, dass hier bereits ein erwiesenermassen schädlicheres eine wesentliche Rolle spielt.
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