ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2009Uwe Tellkamp: Erstaunlich
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Erstaunlich, welch große Aufmerksamkeit das DÄ mit allein vier Seiten dem Turm-Autor Uwe Tellkamp entgegenbringt, der seinen Beruf als Mediziner und Chirurg trotz Ärztemangels an den Nagel hängte, um Schriftsteller zu sein, von denen es eh schon zu viele gibt. Von „DDR-Epos“ ist die Rede, wofür möglicherweise der gewaltige Umfang des Werks spricht, weniger sein Inhalt. Als Roman kann ich das Buch auch kaum werten, hat man doch Mühe, die handelnden Personen einzuordnen. Um darzustellen, wie schlecht die DDR war, was dem Autor in durchweg tendenziös-negativistischer Art gelingt, hätte es nur zweihundert Seiten bedurft. Stilistisch bereitet es Ärger, wenn man viele Sätze mehrmals lesen muss, um danach immer noch nicht zu wissen, was der Autor sagen will, abgesehen von den Neologismen. Im Interview stellt Herr Tellkamp die Behauptung auf, dass jeder Oberarzt Kontakt zur Stasi hatte. Ich war Oberarzt an der von ihm eindeutig beschriebenen Klinik und hatte keinen Kontakt zur Stasi! Mir hat das sicher mit viel Fleiß geschriebene Buch nicht gefallen, und ich vermochte es nicht bis zu Ende zu lesen.
Dr. med. Bodo Seifert, An der alten Ziegelei 7 a, 01662 Meißen
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