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Die auf einer Druckseite gegebenen Erläuterungen des Westdeutschen Norbert Jachertz haben mir Ostdeutschem geholfen, die 1 000 Seiten des Buches „Der Turm“ von Uwe Tellkamp besser zu verstehen. Die ungeheueren Vorschusslorbeeren, die dieses Buch erhalten hat, sind mir weitgehend unverständlich. Wohl handelt es sich um einen beeindruckenden Sprachduktus und die Reflexion einer breiten Bildung, über den Wert eines Beitrages zum Verstehen oder gar Erkennen der DDR kann man wohl trefflich streiten. Nach dem qualvollen Konsum des opulenten Werks bleibt für mich die entscheidende Frage, ob der Autor tatsächlich die reale DDR beschreiben wollte. Ein westdeutscher Leser, der möglicherweise gar nicht versuchen kann, nach tatsächlichen Hintergründen des geschilderten Abstrusen zu fragen, ist vielleicht sogar in der besseren Lage als der ostdeutsche. Jedenfalls bleibe ich, der ich aus einer bürgerlichen Leipziger Arzt- und Künstlerfamilie mit christlich-liberalem Weltbild komme, nach Lektüre des „Turm“ ratlos zurück.
Dr. med. Michael Burgkhardt, Gletschersteinstraße 34, 04299 Leipzig
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