ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2009Vietnam: Hilfe für Vietnam
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Mit großem Interesse haben wir die Beiträge zu Vietnams Gesundheitssystem gelesen. Ergänzend dazu sei auf ein humanitäres deutsches Großprojekt an der Universität Danang (Zentralvietnam) hingewiesen. Seit 2005 entsteht im „General Hospital“ Danang durch eine Kooperation der Abteilung für Kinderkardiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und finanzieller Unterstützung der Stiftung „Herz für Herz“ sowie Siemens Medical Solutions ein Zentrum für Kinder mit angeborenen Herzfehlern. Inkubatoren für die neonatologische Intensivstation des Kinderkrankenhauses, Geräte zur Blutgasanalyse sowie zur Echokardiografie wie auch eine komplette Herzkatheteranlage wurden angeschafft. Ein wesentlicher Schwerpunkt zur nachhaltigen Wirkung dieser Unterstützung ist die Ausbildung von Kinderkardiologen vor Ort, speziell in der interventionellen Therapie von Herzfehlern wie ASD, VSD oder persistierendem Ductus arteriosus. Dazu wurden mehrere Trainingsaufenthalte deutscher Kollegen (v.a. Dr. Trong-Phi Le, UKE Hamburg) in Danang organisiert und finanziert, aber auch Studienaufenthalte vietnamesischer Fachärzte in Deutschland. Derzeit werden an diesem Zentrum rund 600 Herzkatheteruntersuchungen pro Jahr durchgeführt. Ausgehend von dem großen Erfolg der deutsch-vietnamesischen Kooperation in der klinischen Versorgung vietnamesischer Kinder, hat die Universität Danang eine medizinische Fakultät gegründet, deren erster Studiengang 2008 begann. Als Ziel gilt, bis zum Jahr 2015 insgesamt 1 000 Medizinstudenten auszubilden. Moderne Unterrichtsmethoden, wie beispielsweise problemorientiertes Lernen, wollen sich die Universitätsprofessoren dabei vom Lehrkörper der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigen lassen . . . Diese deutsch-vietnamesische Kooperation in Zentralvietnam orientiert sich in ihrer Ausrichtung an einem der Millenniumsziele der Welt­gesund­heits­organi­sation („Millennium Development Goals 2015, WHO“): der Bekämpfung der Kindersterblichkeit. In Zentralvietnam beträgt die Kindersterblichkeitsrate 1,4 Prozent versus 0,38 Prozent in Deutschland, die neonatale Mortalität sogar 9,4 Prozent versus 0,28 Prozent in Deutschland.

Literatur bei den Verfassern

PD Dr. Robert Dalla Pozza,
Prof. Dr. med. Heinrich Netz,
Abteilung für Kinderkardiologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, Campus Großhadern, Marchioninistraße 15, 81377 München
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