ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2009Behinderte Menschen: Engagement schon in den Achtzigerjahren
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. . . Bereits in der Mitte der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts haben sich in Süd- und Norddeutschland Ärztinnen und Ärzte aus vorwiegend diakonischen Einrichtungen der Behindertenhilfe (sogenannte Heimärzte) zu Landesarbeitsgemeinschaften und im Jahr 2001 zur „Bundesarbeitsgemeinschaft Ärzte für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung e.V.“ zusammengeschlossen, um sich für eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung dieser Menschen einzusetzen. Auch wenn die geistige Behinderung für sich keine Krankheit, sondern eine Lebensform ist, so geht sie, besonders wenn sie mittelgradig oder schwer ausgeprägt ist, doch häufig mit zum Teil erheblichen gesundheitlichen Störungen (z. B. psychische Störungen, orthopädische Leiden, Epilepsie, Infektionen, Zahnerkrankungen) einher, die diagnostisch oft schwer zu erkennen sind. Da auch Behinderte heute deutlich älter werden und sich die Qualität der medizinischen Versorgung erheblich verbessert hat, nehmen entsprechend Häufigkeit und Schwere der Erkrankungen bei Menschen mit geistiger Behinderung zu.

Das erfordert von den behandelnden Ärzten besondere Kenntnisse, zeitraubende und schwierige Untersuchungen sowie einen geduldigen und einfühlsamen Umgang mit diesen Menschen. Darauf sind die meisten Ärztinnen und Ärzte nicht vorbereitet und werden zudem für ihren besonderen und häufigen Einsatz, wie in dem Beitrag deutlich dargestellt wurde, nicht entsprechend vergütet. Die gesundheitliche Versorgung ist, wie der Präsident der BÄK, Professor Hoppe, richtig sagte, unzulänglich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft hat deshalb zur besseren Qualifizierung der Ärzte eine gebietsübergreifende Zusatzweiterbildung gestartet. Sie setzt sich außerdem mit Professor Seidel von der Geschäftsführung des Stiftungsbereichs Behindertenhilfe in Bethel für eine adäquate Vergütung und bessere personelle Ausstattung des ärztlich-medizinischen Dienstes ein. Außerdem ist die derzeitige sozialpolitische Entwicklung hinsichtlich der Reduktion und auch Streichung des integrierten ärztlichen Dienstes in Einrichtungen der Behindertenhilfe zu kritisieren. Gerade die sogenannten Heimärzte haben bisher den Kontakt zu den externen Fachärzten und Kliniken hergestellt und diese auf die Besonderheiten geistig behinderter Menschen „eingestimmt“ . . .
Dr. med. Horst Isermann, Leipziger Straße 52 a, 27356 Rotenburg/Wümme
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