ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2009ConhIT, 21. bis 23. April 2009: Breites Forum für Gesundheits-IT

TECHNIK

ConhIT, 21. bis 23. April 2009: Breites Forum für Gesundheits-IT

Krüger-Brand, Heike E.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Der „Branchentreff für Healthcare IT“ findet zum zweiten Mal in Berlin statt.
Er soll sich als nationale Plattform für den Dialog zwischen Herstellern, Anwendern und Forschung etablieren.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt hat die Schirmherrschaft für die Gesundheits-IT-Messe conhIT (frührer ITeG; www.conhit.de) übernommen. In ihrem Grußwort betont Schmidt, dass der Datenschutz beim Austausch sensibler Gesundheitsdaten höchste Priorität haben müsse. „Die elektronische Gesundheitskarte und die mit ihr verbundene Infrastruktur ermöglichen einen sicheren und zeitnahen Austausch der für die Behandlung notwendigen Daten. Damit würden Ärztinnen und Ärzte bei der Diagnose unterstützt“, so Schmidt. IT-gestützte Systeme seien die Basis für eine bessere und sichere Kommunikation zwischen den Leistungserbringern und damit für mehr Qualität und Effizienz in der Patientenversorgung. „Die conhIT 2009 bietet Herstellern, Anwendern, Wissenschaft und Politik ein Diskussionsforum für Umsetzungsstrategien und Realisierungschancen“, so die Ministerin.

Messe, Akademie, Kongress
Die Kombination aus Messe, Akademie und Kongress hat der Verband der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen e.V. (VHitG; www.vhitg.de) konzipiert. Erstmals sind an dem inhaltlichen Programm auch die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Epidemiologie und Biometrie (GMDS; www.gmds.de) und der Berufsverband Medizinischer Informatiker (BVMI; www.bvmi.de) beteiligt, deren eigener Klinik-IT-Fachkongress („KIS-Tagung“) dadurch entfällt. Zusätzlich bieten GMDS und BVMI am Vortag der conHIT Workshops an, so unter anderem zu den Themen Arzneimitteldokumentation und integrierte Behandlungspfade.

Gespräch mit dem Anwender
Rund 150 Aussteller und mehrere Tausend Fachbesucher werden zur Veranstaltung auf dem Berliner Messegelände erwartet. Dennoch soll laut VHitG nicht so sehr die Industriemesse, der „Abverkauf von Software“, im Vordergrund stehen, sondern das Gespräch mit den Anwendern, die „Weiterbildung“ und das Networking der Branche. Daher wurden Ausstellung und Kongress-/Akademiebereich zeitlich klar voneinander getrennt: Jeweils vormittags finden der begleitende Fachkongress „Praxis der Informationsverarbeitung im Gesundheitswesen“ und das Akademie-Programm statt, während ab 13 Uhr die Industriemesse beginnt. Themenschwerpunkte des Kongresses sind Business Intelligence (= IT-Werkzeuge für Krankenhäuser), Integration von IT- und Medizintechnik, IT in der Pflege sowie intersektorale Kooperation.

Die conhIT bietet verstärkt auch für niedergelassene Ärzte die Möglichkeit, sich über aktuelle EDV-Themen zu informieren und sich fortzubilden. So gibt es am Nachmittag des 22. April 2009 ein cme-zertifiziertes Fortbildungsprogramm für Ärzte, das von Gilbert Mohr, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, geleitet wird. Themen sind unter anderem Software für Praxisnetze, die Empfehlungen der Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztlichen Bundesvereinigung zum Datenschutz und Datenverarbeitung in der Arztpraxis sowie der Basisrollout der elektronischen Gesundheitskarte in der Region Nordrhein.

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt sind einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakten, speziell die elektronische Fallakte (eFA), die die Kommunikation der Krankenhäuser untereinander und mit den zuweisenden Ärzten über eine sichere Onlineverbindung unterstützen soll. Nach einer ausgedehnten Pilotphase sind viele Häuser vor allem privater Klinikketten derzeit dabei, maßgeschneiderte Lösungen in den Regelbetrieb zu überführen. So setzen die Rhön-Kliniken eine eFA ein, die auf der IT-Lösung „Soarian Integrated Care“ der Firma Siemens basiert. Die Helios-Kliniken arbeiten bei der Realisierung der eFA mit Ispro, einem Tochterunternehmen der Compugroup, zusammen, und die Sana-Kliniken nutzen die eFA des Softwarehauses Noemalife. Diese und weitere Lösungen und Firmen sind auf der Messe vertreten.

Der herstellerunabhängigen Kommunikation mit Aktensystemen widmet sich das Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen – ZTG. Vorgestellt wird unter anderem die zweite Ausbaustufe des Projekts zum Aufbau einer elektronischen Patientenakte („EPA.nrw“), die im Rahmen der Landesinitiative „eGesundheit.nrw“ entwickelt wird. Dabei geht es um den Austausch von strukturierten, feingranularen Inhalten (wie Diagnosen). Das heißt, nicht nur Dokumente, sondern auch maschinenlesbare Informationen können übermittelt und von den Systemen direkt ausgewertet und integriert werden.
Heike E. Krüger-Brand
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema