ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2009Metastasen ohne Primärtumor – Fortschritte in Diagnostik und Therapie des CUP-Syndroms: Zervikale Lymphknotenmetastasen
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LNSLNS Die im Beitrag getroffenen Feststellungen sind richtig, insbesondere die Forderung, Subgruppen von Patienten zu identifizieren, die durch spezifische Therapien eine relativ gute Prognose und sogar Aussicht auf Heilung haben. Bis auf eine tabellarische Zusammenstellung und lediglich einen recht kursorischen Hinweis auf die Therapie wird aber auf diese Subgruppen nicht mehr eingegangen. Das wäre vielleicht von einer interdisziplinärer zusammengesetzten Autorengruppe besser herausgearbeitet worden.

Ein Beispiel ist die Therapie von zervikalen Lymphknotenmetastasen ohne bekannten Primärtumor. Die Prognose dieser Patienten unterscheidet sich nämlich kaum von derjenigen, die bei den bekannten Primärtumoren im Epi-, Oro- und Hypopharynx nach Kombination von Operation und Bestrahlung erreicht wird. Darüber haben wir bereits 1997 berichtet (1). Bei immerhin 64 Patienten mit zum Teil sehr ausgedehnten Halslymphknotenmetastasen und unbekanntem Primärtumor fanden wir nach 5 Jahren eine tumorspezifische Überlebensrate von 51 6 7 % und ein Gesamtüberleben von 38,8 6 7 %. Das fernmetastasenfreie Überleben betrug 70 6 7 %. Patienten, deren Halslymphknoten-Befund mit einer modifiziert radikalen Lymphadenektomie makroskopisch saniert werden konnte und die anschließend eine Homogenbestrahlung des gesamten Pharynx erhielten, hatten mit 67 % die beste 5-Jahres-Überlebensrate.

Diese Daten bedürfen der Erwähnung im Zusammenhang mit den deprimierenden Resultaten anderer Patientengruppen mit unbekanntem Primärtumor, wo bereits eine 1-Jahres-Überlebensrate von 25–50 % in einem selektierten Patientengut als therapeutischer Fortschritt gewertet wird. DOI: 10.3238/arztebl.2009.0293a


Prof. Dr. med. Rolf Sauer
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie
Postfach 23 06, 91012 Erlangen
E-Mail: strahlen.imed.uni-erlangen.de
1.
Kirschner MJ et al.: Zur Therapie von zervikalen Lymphknotenmetastasen ohne bekannten Primärtumor, Strahlenther und Onkol 1997; 173: 362–8. MEDLINE
2.
Neben K, Hübner G, Folprecht G, Jäger D, Krämer A: Metastases in the absence of a primary tumor: advances in the diagnosis and treatment of CUP syndrome. [Metastasen ohne Primärtumor – Fortschritte in Diagnostik und Therapie des CUP-Syndroms]. Dtsch Arztebl 2008; 105(43): 733–40. VOLLTEXT
1. Kirschner MJ et al.: Zur Therapie von zervikalen Lymphknotenmetastasen ohne bekannten Primärtumor, Strahlenther und Onkol 1997; 173: 362–8. MEDLINE
2. Neben K, Hübner G, Folprecht G, Jäger D, Krämer A: Metastases in the absence of a primary tumor: advances in the diagnosis and treatment of CUP syndrome. [Metastasen ohne Primärtumor – Fortschritte in Diagnostik und Therapie des CUP-Syndroms]. Dtsch Arztebl 2008; 105(43): 733–40. VOLLTEXT

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