ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2009Metastasen ohne Primärtumor – Fortschritte in Diagnostik und Therapie des CUP-Syndroms: Ergänzungen aus HNO-ärztlicher Sicht
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LNSLNS Der Übersichtsartikel zeigt aus der Sicht der internistischen Onkologie die Problematik des CUP-Syndroms. Dies bedarf aus HNO-ärztlicher Sicht einiger Ergänzungen. Den Lesern werden in der vorliegenden Form Informationen vorenthalten, die zur sachgerechten Diagnostik und Behandlung des zervikalen CUP-Syndroms essenziell sind:

In 70–80 % dieser Fälle sind die Primärtumoren in der Mukosa des oberen Aerodigestivtraktes als Plattenepithelkarzinome lokalisiert (3). Bei bis zu 10 % der Halslymphknotenmetastasen sind die Primärtumoren zunächst unbekannt. In bildgebenden Studien zum CUP sind Primärtumoren im Oro- und Nasopharynx an zweiter Stelle nach dem Lungenkarzinom beschrieben.

Die in der HNO-ärztlichen Fachliteratur als notwendig beschriebenen diagnostischen Maßnahmen sind nur unvollständig wiedergegeben. Neben der Panendoskopie und der beiderseitigen Tonsillektomie sind auch „Blindbiopsien“ aus Zungengrund und Nasopharynx vorzunehmen. Insgesamt beträgt die Detektionsrate der Primärtumoren dann bis zu 30 % (1, 2).

Bei der Therapie des CUP gibt es in der Literatur klare Hinweise auf den Benefit der modifiziert-radikalen „Neck-dissection“ der betroffenen Halsseite sowie der anschließenden Radio- oder Radiochemotherapie. Das Bestrahlungsfeld umfasst dabei den Bereich vom Nasenrachen bis zum oberen Mediastinum und gegebenenfalls beide Halsseiten. So können 5-Jahres-Überlebensraten in prospektiven Studien von nicht nur unter 20 %, sondern bis zu 50 % erreicht werden (2, 3).

Uns erscheint es in der Zusammenschau der gerade genannten Fakten wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Darstellung onkologischer Diagnostik und Therapie immer auch von den jeweiligen Fachgruppen wesentlich geprägt werden muss und nicht nur durch „Generalisten“ bestimmt werden kann. Erst daraus resultiert eine vollständige Übersicht über den aktuellen Stand von Diagnostik und Therapie. Dies ist dann auch die Basis zur Entwicklung gemeinsamer Standards zum Wohle unserer Patienten.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0293b


Prof. Dr. med. Hans-Wilhelm Pau
Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde,
Kopf- u. Hals-Chirugie e. V.
Hittorfstraße 7
53129 Bonn
E-Mail: info@hno.org

Prof. Dr. med. Heinrich Iro
Arbeitsgemeinschaft Onkologie der
Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde,
Kopf- u. Hals-Chirurgie e.V.
Hittorfstraße 7
53129 Bonn
E-Mail: info@hno.org
1.
Issing WJ, Taleban B, Tauber S: Diagnose und Management von Plattenepithelkarzinomen mit unbekanntem Primärtumor im Kopf-Hals-Bereich. Laryngo-Rhino-Otolo 2003; 82: 659–65. MEDLINE
2.
Johansen J, Buus S, Loft A et al.: Prospective study of 18FDG-PET in the detection and management of patients with lymphnodemetastases to the neck from an unknown primary tumor. Results from the DAHANCA-13 Study. Head Neck 2008; 30: 471–8. MEDLINE
3.
Weber A, Schmoz S, Bootz F: CUP (Carcinoma of Unknown Primary) syndrome in head and neck: clinic, diagnostic, and therapy. Onkologie 2001; 24: 38–43. MEDLINE
4.
Neben K, Hübner G, Folprecht G, Jäger D, Krämer A: Metastases in the absence of a primary tumor: advances in the diagnosis and treatment of CUP syndrome. [Metastasen ohne Primärtumor – Fortschritte in Diagnostik und Therapie des CUP-Syndroms]. Dtsch Arztebl 2008; 105(43): 733–40. VOLLTEXT
1. Issing WJ, Taleban B, Tauber S: Diagnose und Management von Plattenepithelkarzinomen mit unbekanntem Primärtumor im Kopf-Hals-Bereich. Laryngo-Rhino-Otolo 2003; 82: 659–65. MEDLINE
2. Johansen J, Buus S, Loft A et al.: Prospective study of 18FDG-PET in the detection and management of patients with lymphnodemetastases to the neck from an unknown primary tumor. Results from the DAHANCA-13 Study. Head Neck 2008; 30: 471–8. MEDLINE
3. Weber A, Schmoz S, Bootz F: CUP (Carcinoma of Unknown Primary) syndrome in head and neck: clinic, diagnostic, and therapy. Onkologie 2001; 24: 38–43. MEDLINE
4. Neben K, Hübner G, Folprecht G, Jäger D, Krämer A: Metastases in the absence of a primary tumor: advances in the diagnosis and treatment of CUP syndrome. [Metastasen ohne Primärtumor – Fortschritte in Diagnostik und Therapie des CUP-Syndroms]. Dtsch Arztebl 2008; 105(43): 733–40. VOLLTEXT

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