ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2009Krebspatienten: Mehr Transparenz im Arztgespräch gefordert

BERUF

Krebspatienten: Mehr Transparenz im Arztgespräch gefordert

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe fühlen sich onkologische Patienten von ihren Ärzten oft nicht ausreichend informiert. Die Universitäten Heidelberg und Freiburg wollen nun in einer Studie prüfen, ob spezielle Schulungen und Informationsmaterial die Kommunikation zwischen Ärzten und Krebspatienten verbessern können. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt mit 372.000 Euro.

In der Studie wird eine spezielle Schulung für Onkologen entwickelt und wissenschaftlich erprobt. Diese soll zunächst die Kommunikation zwischen Ärzten und Darmkrebspatienten verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei das „shared decision making“, auch partizipative beziehungsweise gemeinschaftliche Entscheidungsfindung genannt.

Es soll für mehr Transparenz im Arzt-Patienten-Gespräch sorgen und eine partnerschaftliche Beteiligung des Patienten ermöglichen. „Die Schulung soll dazu beitragen, dass Krebspatienten eine Behandlung erhalten, die ihre individuellen Einstellungen, Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt“, erklärt der Freiburger Projektleiter der Studie, Martin Härter.

An der Studie nehmen 50 Onkologen und 400 Patienten teil. Die eine Hälfte der Ärzte bekommt ein spezielles Kommunikationstraining, bei dem sie lernen, wie sie die Patienten besser in die Entscheidung miteinbeziehen und laiengerecht über die Behandlungsoptionen informieren können. Die andere Hälfte der Ärzte wird als Kontrollgruppe nicht geschult, sondern behält ihr bisheriges Verhalten bei.

Anschließend wird untersucht, inwieweit sich die Kommunikation der geschulten Ärzte verbessert hat und ob die Betroffenen dadurch zufriedener mit der Therapiewahl sind und somit weniger psychische Belastungen erleben. Es ist geplant, das Schulungsprogramm langfristig auch auf andere Bereiche der Krebsmedizin auszudehnen und in ärztliche Fortbildungen zu integrieren. hil
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema