ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2009Medizinklimaindex Frühjahr 2009: Die meisten Ärzte blicken sorgenvoll in die Zukunft

BERUF

Medizinklimaindex Frühjahr 2009: Die meisten Ärzte blicken sorgenvoll in die Zukunft

WZ

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die wirtschaftlichen Erwartungen der Ärzte haben sich drastisch verschlechtert. Psychotherapeuten sind dagegen optimistisch.

Die Ärzte in Deutschland bewerten ihre wirtschaftliche Lage und die Perspektive für die kommenden sechs Monate noch ungünstiger als vor einem halben Jahr. Das ergibt der Medizinklimaindex (MKI) Frühjahr 2009 mit einem Wert von minus 36,7. Im Vergleich zum MKI Herbst 2008 mit minus 16,8 zeigt sich nochmals eine deutliche Verschlechterung des Klimas.

Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage schätzen 44,2 Prozent der niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Psychologischen Psychotherapeuten insgesamt als „zufriedenstellend“ ein, 38,4 Prozent als „schlecht“ und 18,4 Prozent als „gut“. Ihre wirtschaftliche Perspektive in den kommenden sechs Monaten dagegen bewerten 63,3 Prozent als ungünstiger und lediglich 9,8 Prozent als günstiger.

Die Fachgruppen divergieren dabei extrem. Der MKI der niedergelassenen Ärzte liegt bei minus 47,2, der der Zahnärzte bei minus 29,8, und die Psychologischen Psychotherapeuten haben einen MKI von plus 13,2. Das analog errechnete IFO-Geschäftsklima des Bauhauptgewerbes für März 2009 beispielsweise ist mit einem Saldo von minus 22,2 vergleichsweise optimistisch, wenngleich auch noch deutlich im negativen Bereich; anders dagegen die Einschätzung des verarbeitenden Gewerbes mit minus 42,9.

Zur Ermittlung des aktuellen Medizinklimaindex werden seit 2006 halbjährlich die niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Psychologischen Psychotherapeuten nach deren aktueller wirtschaftlicher Lage und den Erwartungen für die nächsten sechs Monate gefragt. Aus dieser Befragung wurde der „Medizinklimaindex Frühjahr 2009“ ermittelt. Zum Medizinklimaindex wurde ein repräsentativ ausgewähltes Sample von 598 Ärzten, Zahnärzten und Psychologischen Psychotherapeuten, die sich in der Vergangenheit zu einer regelmäßigen Befragung bereiterklärt haben, interviewt. Des Weiteren wurde ein repräsentativ ausgewähltes Sample von 1 055 Ärzten, Zahnärzten und Psychologischen Psychotherapeuten angeschrieben, die bisher noch nicht befragt wurden. Davon haben 266 Ärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychotherapeuten geantwortet. Das entspricht einer Antwortquote von 16,1 Prozent. Durchgeführt wurde die Untersuchung von der GGMA – Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse (www.ggma.de) im Auftrag der Stiftung Gesundheit. WZ

Die Studie im Internet: www.stiftung-gesundheit.de/forschung/studien.htm
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema