ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2009Schlaf- und Beruhigungsmittel - Studie: Ärzte fördern durch Sorglosigkeit Tablettensucht

AKTUELL

Schlaf- und Beruhigungsmittel - Studie: Ärzte fördern durch Sorglosigkeit Tablettensucht

ddp

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Deutsche Ärzte fördern einer Studie zufolge durch Sorglosigkeit die Abhängigkeit ihrer Patienten von Medikamenten. So sei die Zahl der Tablettensüchtigen, die abhängig von Schlaf- und Beruhigungsmitteln aus der Medikamentengruppe der Benzodiazepine seien, wesentlich höher als bisher gedacht, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Studie des Hamburger Instituts für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung. Demnach erhalten mehr als 1,5 Millionen Patienten die süchtig machenden Präparate länger, als in den Leitlinien der Mediziner vorgesehen.

In der Untersuchung zur Tablettensucht wurden rund 3,5 Millionen Kassenrezepte analysiert. Der Studie zufolge sorgten die Verschreibungen bei knapp 800 000 Patienten pro Jahr dafür, dass sie zu Dauerkonsumenten der Mittel würden. In 130 000 Fällen wurden demnach die Betroffenen zu Schwerstabhängigen, denen der Ausstieg aus der Sucht nur noch in seltenen Fällen aus eigener Kraft gelingt. „Wir waren völlig überrascht über den Umfang des Benzodiazepinmissbrauchs in Deutschland“, erklärte Studienleiter Peter Raschke. Verschärft werde die Situation dadurch, dass die Ärzte offenbar aus Angst vor Kontrollen bei der Verordnung vermehrt auf Privatrezepte auswichen, die in keiner Statistik auftauchten. ddp
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema