ArchivDeutsches Ärzteblatt17/20093 Fragen an … Dr. med. Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer

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3 Fragen an … Dr. med. Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer

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Dr. med. Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer
Dr. med. Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer
Ist die ärztliche Versorgung in Heimen wirklich so schlecht, wie es oft in den Medien berichtet wird?
Cornelia Goesmann: Die hausärztliche Versorgung in Heimen ist gut. Das belegt auch der GEK-Pflegereport. Probleme gibt es bei der fachärztlichen Versorgung, die ja häufig aus technischen Gründen nicht in den Pflegeeinrichtungen stattfinden kann. Die Heime haben aber meist nicht genug Personal, um eine Begleitperson bei einem Praxisbesuch mitzuschicken. Außerdem muss der Hausarzt zunächst einmal die Kosten-übernahme für den Transport bei der Krankenkasse beantragen. Das ist nicht nur aufwendig, sondern kurzfristig überhaupt nicht machbar.

Was fordern Sie?
Goesmann: Wenn Politik und Kassen wünschen, dass chronisch kranke alte Menschen ordentlich versorgt werden, müssen sie dafür auch Anreize schaffen. Das kann zum Beispiel durch extrabudgetäre Sonderverträge geschehen.

Was können Ärzte und Heime schon heute tun?
Goesmann: Die Kooperation der heimbetreuenden Ärzte muss besser werden. Ärztliche Visiten müssen abgesprochen, Urlaubsvertretungen und Rufbereitschaften organisiert werden. Nur so kann man unnötige Krankenhauseinweisungen vermeiden. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste und die Bundesärztekammer erarbeiten zurzeit Vorschläge, wie eine gute Zusammenarbeit von Pflegeheimen und Ärzten aussehen könnte.
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