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Die Einrichtung eines Traumazentrums für Soldaten ist angesichts der hohen Prävalenz der PTBS nach den Militäroperationen im Irak und in Afghanistan ein wichtiger erster Schritt zur Entstigmatisierung psychischer beziehungsweise psychosomatischer Erkrankungen dieser Berufsgruppe. Aber das ist noch lange nicht ausreichend! Denn neben der PTBS muss man auch die somatoformen Spektrumstörungen bedenken, die oftmals einfach „übersehen“ werden. So ergab eine aktuelle Studie an aus dem Irak evakuierten Soldaten des US-Militärkrankenhauses Landstuhl eine überraschend niedrige Rate von unter drei Prozent für die benannte Störungsgruppe, die sich der Autor nur durch ein hohes Maß an Stigmatisierung erklären kann. Doch warum müssen die betroffenen Soldaten gegen die von uns gesetzten „Wundmale“ ankämpfen, anstatt im Sinne der modernen EbM endlich adäquat erkannt und behandelt zu werden? Wie auch bei anderen psychischen beziehungsweise psychosomatischen Störungen müssen hier insbesondere Ärzte, Wissenschaftler und natürlich – wie nun geschehen – die Parteien ihre Augen öffnen und durch Aufklärungskampagnen und neue Präventionskonzepte und Forschungsförderung den Kampf gegen die Stigmatisierung der erkrankten Soldaten und Soldatinnen eröffnen. Das geplante Zentrum ist sicher ein hoffnungsvoller Anfang, aber die große „Schlacht“ gegen einen überstarken Gegner – mangelhafte gesellschaftliche Akzeptanz psychischer und psychosomatischer Störungen in Deutschland – hat gerade erst begonnen.
Literatur bei den Verfassern
Dipl.-Psych. Annika Simon,
Prof. Dr. med. Gerhard Schmid-Ott,
Abteilung Psychosomatik der Berolina Klinik Löhne/Bad Oeynhausen, Bültestraße 21, 32584 Löhne
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