ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2009Weiterbildung: Schwachstellen
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Ich freue mich, dass eine Evaluation ähnlich der der FMH auch in Deutschland stattfinden soll. Eine Evaluation mit öffentlich zugänglichen Resultaten ist für Arbeitssuchende sicher wünschenswert, um die künftige Stelle etwas einschätzen zu können. Trotz allem darf man sich nicht zu sehr darauf verlassen. Die Evaluation der FMH hat nämlich auch Schwachstellen. So wird bei der Durchführung zwar offiziell die Anonymität gewährleistet. Aber einige Chefs sammeln die Bögen ihrer Assistenten wieder ein, sehen sie durch und besprechen sie anschließend mit ihren Assistenten, offiziell, um ein Feedback zu bekommen. Da der Chef seine Assistenten kennt und in der Regel weiß, wer was wann machen will und wer was gut oder schlecht findet, kann er Rückschlüsse auf die Person ziehen (besonders, wenn nur wenige Assistenten angestellt sind), und somit ist die freie Meinungsäußerung auch schon wieder begrenzt. Außerdem sind offensichtlich die Fragen nicht so präzise gestellt, dass sie von Chef und Assistent gleich interpretiert werden . . . Generell halte ich die Evaluation für eine vernünftige Möglichkeit, die Weiterbildung zu überprüfen und auch zu verbessern. Nur müssen dabei die Rahmenbedingungen, welche die FMH beziehungsweise die Lan­des­ärz­te­kam­mer setzt, auch realisiert werden . . . Ich bin übrigens einer der 36 Prozent chirurgischer Assistenzärzte in der Deutschschweiz mit deutschem Examen. Ich habe die Evaluation bisher einmal mitgemacht und finde, dass sie nur sehr begrenzt aussagekräftig ist. Sicherlich sind die Rahmenbedingungen nicht überall gleich, die Unterschiede zwischen großem und kleinem Haus, zwischen den verschiedenen Disziplinen recht ausgeprägt. Leider haben mir aber andere chirurgische Kollegen ähnliche Zustände berichtet . . .
Dr. med. Moritz Scholtes, Gerbegraben 14, CH-3110 Münsingen
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