ArchivDeutsches Ärzteblatt21/1997Angewandte Psychosomatik
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Profundes Werk
Hans Christian Deter: Angewandte Psychosomatik. Eine Anleitung zum Erkennen, Verstehen und Behandeln psychosomatisch Kranker, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 1996, XV, 468 Seiten, 49 Abbildungen in 70 Einzeldarstellungen, 127 Tabellen, gebunden, 168 DM
Der an der psychosomatisch-psychotherapeutischen Abteilung der Medizinischen Klinik des Uni-Klinikums Benjamin Franklin in Berlin tätige Autor legt hier ein wahrlich enzyklopädisches Lehr- und Handbuch der angewandten Psychosomatik vor.
Im ersten Teil befaßt er sich mit der allgemeinen Psychosomatik sowie mit Fragen der Entstehungsbedingungen und der Diagnosestellung, mit der Arzt-Patienten-Beziehung, mit psychotherapeutischen Verfahren und mit psychosomatischen Konsiliar- und Liaisondiensten in medizinischen Kliniken.
Der zweite Hauptabschnitt handelt von speziellen Krankheitsbildern im Rahmen der Inneren Medizin und deckt die klassische Palette von den vegetativen Befindensstörungen über Herz-Kreislauf-, Atmungs- und gastroenterologische Krankheiten bis hin zu Eßstörungen, Rheuma und chronischen Schmerzzuständen ab. Schließlich kommen die Übergänge ins psychiatrische Fachgebiet zur Sprache wie Phobien, neurotische Depressionen, Süchte und organische psychische Störungsbilder. Ausführliche Tabellen, statistische Angaben und Kasuistiken bereichern und ergänzen alle Ausführungen.
Der dritte Teil wurde von weiteren 17 Fachautoren bearbeitet und führt psychosomatische Störungen in den Fachgebieten Neurologie, Gynäkologie, Kinderheilkunde, Dermatologie, Chirurgie, Anästhesiologie, Urologie, Orthopädie, HNO- und Augenheilkunde auf. Dabei bieten vor allem die psychosomatischen Aspekte bei der Narkose, beim chirurgischen und orthopädischen Handeln viele neue und bedenkenswerte Gesichtspunkte. Das profunde Werk wird durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis mit rund 1 200 Titeln abgeschlossen; vielleicht kann es dazu beitragen, die leider immer noch stiefmütterliche Rolle der Psychosomatik mit einem Anteil an der gesamten Medizin von gerade einmal zehn Prozent ihrer wahren Bedeutung gemäß erheblich aufzuwerten.
Wolfgang Schweizer,
Neuenmarkt
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