ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2009Christian Pross: Im Einsatz für Folteropfer

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Christian Pross: Im Einsatz für Folteropfer

Dtsch Arztebl 2009; 106(17): A-829 / B-707 / C-689

Merten, Martina

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Christian Pross Foto: bzfo
Christian Pross Foto: bzfo
Wenn Bundespräsident Horst Köhler eine Person wie Prof. Dr. med. Christian Pross mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnet, überrascht das niemanden – außer vielleicht Pross selbst. Schließlich zählt der Allgemeinmediziner und Traumatologe seit vielen Jahren zu den Vorreitern der psychosozialen und medizinischen Betreuung von Flüchtlingen und politisch Verfolgten. Nicht nur das: Pross hat auch medizinhistorische Forschung betrieben, die in zahlreiche Publikationen über die gesundheitlichen Folgen politischer Verfolgung in der ehemaligen DDR geflossen ist.

1989 thematisierte Pross die Medizin im Nationalsozialismus im Rahmen einer Ausstellung mit dem Titel „Der Wert des Menschen – Medizin in Deutschland 1918–1945“. Erfahrungen, die der heute 60-Jährige in einem Feldlazarett für irakisch-kurdische Flüchtlinge sammelte, mündeten in die Gründung des Behandlungszentrums für Folteropfer Berlin (bzfo). Als Leiter des Zentrums sowie als Traumatologe setzte sich Pross national wie international für die therapeutische Hilfe für traumatisierte Opfer von Krieg, Folter, Vertreibung und Verfolgung ein.

Um mehr Forschung betreiben zu können, gab Pross die bzfo-Leitung 2003 ab und arbeitete unter anderem an seinem jüngsten Werk über „Verletzte Helfer“. Für die Studie über die Belastungen der Helfenden besuchte Pross 13 Zentren für Folteropfer weltweit. Das Buch erscheint im Herbst dieses Jahres. Martina Merten
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