ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2009Kulturkalender: Körperwelten in Malerei und Fotografie

KULTUR

Kulturkalender: Körperwelten in Malerei und Fotografie

Dtsch Arztebl 2009; 106(17): A-832 / B-710

Schuchart, Sabine

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Foto: Königliches Museum für schöne Künste, Antwerpen
Foto: Königliches Museum für schöne Künste, Antwerpen
Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Bonn
Bis 30. August:
Amedeo Modigliani
Die klassische Moderne will Christoph Vitali, Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn, wieder stärker in den Fokus nehmen. Den Anfang macht eine große Modigliani-Retrospektive. Rund 1 500 Œuvres – Gemälde, Zeichnungen und einige Skulpturen – schuf der Italiener (1884–1920) in seinem nur 35 Jahre währenden Leben. Die zentralen Sujets sind Porträts und Akte, wobei der wahre Ausdruck der Person oft hinter einem maskenartigen Gesicht verborgen ist. 1916/1917 malte er seine berühmte Serie von 30 Akten (Foto rechts: Ausschnitt „Sitzender Akt“, 1917). Proportionen, Anatomie und Bewegung der Modelle beachtete Modigliani kaum und löste sich so von akademischer Tradition.
Bundeskunsthalle, Museumsmeile,
Di. und Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

Düsseldorf
30. April bis 2. August:
Auf Papier: Von Raffael bis Beuys
Im Jahr der Grafik stellen 55 Museen in Deutschland, der Schweiz und Österreich ihre reichen Bestände an Kunst auf Papier aus: Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafik und Fotografie, die aus konservatorischen Gründen sonst meist im Dunkel der Depots lagern. Ein besonderes Highlight lockt ab 30. April in Düsseldorf: 365 kostbare Handzeichnungen von mehr als 300 Künstlern des 15. bis 21. Jahrhunderts wurden aus eigenen Beständen und denen der Sammlung der Kunstakademie Düsseldorf ans Tageslicht geholt. Eine einmalige Gelegenheit, seltene Zeichnungen italienischer, deutscher, französischer und niederländischer Meister zu betrachten.
Museum Kunst-Palast, Ehrenhof 4–5, Di.–So. 11–18 Uhr

Hamburg
25. April bis 2. August:
Cecily Brown
Sie gilt als Shootingstar einer neuen expressiven Malerei, ihre großformatigen, meist erotischen Motive hängen in Museen wie dem Guggenheim in New York oder der Tate Gallery in London. Nun widmen die Hamburger Deichtorhallen der gerade einmal 40-jährigen Künstlerin, die in New York lebt, ihre erste große europäische Werkschau: Zu sehen sind 48 Arbeiten aus den letzten zehn Jahren an der Grenze von Abstraktion und Figuration. In diesen jüngeren Bildern beschäftigt sich Cecily Brown zunehmend mit Landschaften, wendet sich dabei allerdings nie völlig von ihren erotischen Motiven ab.
Deichtorhallen, Deichtorstraße 1–2,
Di.–So. und Feiertage 11–18 Uhr

Mönchengladbach-Jüchen
Bis 30. Dezember:
Vermählung auf Schloss Dyck
Es ist eine Vermählung der besonderen Art, die in dem malerischen Wasserschloss am Niederrhein gefeiert wird: Rund 300 hochkarätige zeitgenössische Arbeiten – zusammengetragen in rund 40 Jahren – hat der Kölner Arzt und Kunstsammler Dr. med. Reiner Speck seit 2008 an die Sammlung Rheingold veräußert. Ein Drittel der Werke aus dieser Transaktion präsentieren die neuen Eigentümer, die Brüder Viehoff, jetzt auf Schloss Dyck.
Der noble Ort bildet den reizvollen Rahmen für zwölf Künstler, die die ganze Bandbreite der Sammlung Speck deutlich machen: Von Carl Andre und Joseph Beuys über Günther Förg, Martin Kippenberger und Jannis Kounellis bis hin zu Sigmar Polke und Rosemarie Trockel.
Schloss Dyck, 41363 Jüchen,
Di.–Fr. 14–18, Sa. und So. 12–18 Uhr

Stuttgart
Bis 14. Juni:
Drei – Das Triptychon in der Moderne
Seit dem Mittelalter hatte das Triptychon als Altar- und Andachtsbild große Bedeutung. Ende des 19. Jahrhunderts knüpfen Künstler erneut an das christliche Leidensmotiv an. Unter dem Eindruck der beiden Weltkriege und des damit verbundenen Unglücks setzen sich dann vor allem Otto Dix, Max Beckmann und Francis Bacon mit dieser Bildgattung auseinander, gefolgt von Künstlern der jüngeren Generation. Die Ausstellung fragt, ob dies auch als Zeichen einer neu erwachten Sehnsucht nach Spiritualität zu werten sei.
Kunstmuseum, Kleiner Schlossplatz 1,
Di. und Do.–So. 10–18, Mi./Fr. 10–21 Uhr
Sabine Schuchart

Der besondere Tipp
Foto: David Cotterrell, 2009
Foto: David Cotterrell, 2009
Vom Umgang mit Verletzung, Schmerz und Tod
Ende 2007 reiste der Künstler David Cotterrell nach Afghanistan und beobachtete drei Wochen lang die Arbeit der Militärärzte im Hauptfeldlazarett Camp Bastion (Foto). Seine Aufnahmen sind Teil einer von der Londoner „Wellcome Collection“ in Auftrag gegebenen Dokumentation, die den ethischen Konflikt erforscht, dem Ärzte und Krankenschwestern im Krieg ausgesetzt sind: Wie erleben sie Verletzung und Tod? Wie gehen sie um mit ihrer Verzweiflung, aber auch ihrem Wunsch, anderen zu helfen? Anhand von Dokumentationsmaterial wie auch von Arbeiten bekannter Maler wie Georg Grosz geht die Schau diesen Fragen nach und blickt auf Kriegsführung und Medizin in den letzten 150 Jahren.
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