ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2009Ärztemangel trotz Rekordzahl: Kein Paradoxon

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Ärztemangel trotz Rekordzahl: Kein Paradoxon

Richter-Kuhlmann, Eva

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LNSLNS Die Rahmenbedingungen ärztlicher Berufsausübung müssen nach Ansicht der Bundes­ärzte­kammer endlich wieder attraktiver gestaltet werden. Dazu fordert sie mehr Stellen in den Krankenhäusern sowie eine bessere Bezahlung, den Abbau von Überstunden, Angebote für Kinderbetreuung, eine bessere Anerkennung und Vergütung der Arbeit der niedergelassenen Ärzte und eine Würdigung der Leistung der Selbstverwaltung.

Gesellschaftliche Veränderungen bewirken eine Verknappung des Arbeitsangebots. Foto: ddp
Gesellschaftliche Veränderungen bewirken eine Verknappung des Arbeitsangebots. Foto: ddp
Momentan sind freie Arztsitze und unbesetzte Stellen in den Krankenhäusern ebenso Realität wie steigende Arztzahlen. „Das ist kein Widerspruch, sondern eine natürliche Folge gesellschaftlicher Veränderungen und einer unzureichenden politischen Antwort darauf“, betonte Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundes­ärzte­kammer, bei der Vorstellung der Ärztestatistik 2008 (DÄ, Heft 16/2009). Ihr zufolge stieg die Zahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte um 1,5 Prozent auf etwa 320 000. Hoch sind nach wie vor die Abwanderung ins Ausland und die Zuwanderung ausländischer Ärzte nach Deutschland. Ein Trend ist aber auch die Feminisierung des Arztberufs. Mittlerweile stellen die Frauen einen Anteil von 58 Prozent bei den Erstmeldungen bei den Lan­des­ärz­te­kam­mern. 41,5 Prozent aller berufstätigen Ärzte waren 2008 Frauen.

Als Ursachen für den vermeintlichen Widerspruch zwischen den steigenden Arztzahlen und dem Ärztemangel nannte der Leiter der gemeinsamen Statistikabteilung von Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung, Dr. Thomas Kopetsch, den hohen Bedarf an besonders spezialisierten Ärztinnen und Ärzten und den demografischen Wandel. Weitere Faktoren seien die zunehmende Feminisierung, die zu weniger Arbeitsangebot führe, und der allgemeine Trend zur Arbeitszeitverkürzung – auch wegen des verschärften Arbeitszeitgesetzes. ER
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