ArchivDeutsches Ärzteblatt21/1997Nürnberger Prozeßakten: „Großes Engagement der Ärzte“

POLITIK: Kommentar

Nürnberger Prozeßakten: „Großes Engagement der Ärzte“

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Anhaltend tief beeindruckt davon, daß seine Initiative "vom ernsten Verständnis und vom großen Engagement eines so beträchtlichen Teils unserer ärztlichen Kollegen aufgegriffen und getragen wird", zeigte sich Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus D. Dörner in einem Zwischenbericht zu der von ihm ins Leben gerufenen und vom Deutschen Ärzteblatt (Heft 48/1995 und Heft 30/1996) unterstützten Initiative.
Zur Erinnerung: Der frühere Leiter der Westfälischen Klinik für Psych-iatrie, Psychosomatik und Neurologie hatte eine Spendenaktion gestartet, um die Publikation der Nürnberger Prozeßakten zu ermöglichen. Sie sind zwar in englischer und französischer Sprache veröffentlicht, eine umfassende deutsche Ausgabe gibt es bisher jedoch nicht. Dörner beabsichtigt die Herausgabe einer Gesamtedition, eines Registerbandes und gleichzeitig einer Publikation, "die den durchschnittlich interessierten Arzt nicht überfordert". Für die Delegierten des 100. Deutschen Ärztetages hat Dörner jetzt auf Veranlassung des Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. Karsten Vilmar, einen kurzen schriftlichen Bericht über den Stand der Arbeiten der Initiative vorgelegt. Darin kommt er zu folgenden Ergebnissen:
1 Der für das Projekt erforderliche Betrag von 440 000 DM kann nicht nur erreicht, sondern deutlich überschritten werden. Zwar liegen konkrete Zahlen erst Mitte des Jahres vor, doch ist bereits jetzt davon auszugehen, daß dem "Bund der ,Euthanasie'-Geschädigten und Zwangssterilisierten" ein nennenswerter Überschuß zukommt.
1 Zur Minimierung der Ausgaben wurden mit dem Versand der Spendenaufrufe - soweit mit dem Datenschutz vereinbar - Selbsthilfefirmen für arbeitslose psychisch Kranke beauftragt.
1 Die mit der Forschungsarbeit und Edition betraute "Hamburger Stiftung" hat ihre Arbeit am 1. Januar 1996 aufgenommen und befindet sich im Zeitplan. Inzwischen liegen fast alle Dokumente vor, zur Zeit sind Registererfassung, Erstellung von Konkordanzen und Inhaltsverzeichnissen sowie eine umfassende Bibliographie in Arbeit. Die Frage der Publikationsart (Mikrofiche oder CD) ist noch nicht endgültig entschieden.
1 Wegen des nur geringen finanziellen Mehraufwandes wird nahezu unbekanntes Hintergrundmaterial aus Washington mit aufgenommen. Außerdem ist die Herausgabe einer vollständigen englischsprachigen Edition vorgesehen, die ebenfalls noch nicht existiert.
1Der für die interessierte Ärzteschaft und Öffentlichkeit geplante Begleitband wird zur Zeit konzipiert. Die wichtigsten Beiträge werden im Rahmen einer Ringvorlesung in Zusammenarbeit mit der Universität und der Ärztekammer Hamburg im Wintersemester 1997/98 vorgestellt und diskutiert. Kli
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