ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2009Pluralismus: Uraltes ärztliches Wissen
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Beim (mehrmaligen) Lesen des Artikels habe ich mich die ganze Zeit gefragt, ob ich etwas grundlegend falsch verstanden habe. Von individuellem Zugang zum Patienten „unter Berücksichtigung von medizinischen, lebensgeschichtlichen und Persönlichkeitsfaktoren“ und „Innovation“ ist hier die Rede. Was ist das anderes als das wahrlich nicht neue bio-psycho-soziale Krankheitsverständnis? Ist das nicht letztlich uraltes ärztliches Wissen? Macht ein individueller Zugang nicht seit jeher das Wesen und die Besonderheit gerade des Hausarztes aus? . . . Mir scheint es, als ob das Rad hier von einem medizinfremden Zweig neu erfunden werden soll, in einem modernen Gewand zunächst kaum wiederzuerkennen. Haben die Ökonomen jetzt auch erkannt, dass allein mit strikten Leitlinien nicht alle Patienten gleich behandelt werden können, weil sie eben nicht gleich sind, weder in ihrem Aussehen, Alter, Geschlecht, in ihrer Wahrnehmung der Welt und der Einordnung der Dinge um sie herum? Lehrt nicht der Konstruktivismus, dass wir uns ein Bild machen von der Welt, das immer subjektiv ist? Warum sind wir Ärzte in der Praxis, die wir seit Langem darum wissen und den individuellen Zugang zum Patienten in unsere Arbeit mit einbeziehen, uns in psychosomatischer Medizin und Psychotherapie weitergebildet haben, mit keinem Wort erwähnt? . . .
Dr. med. Maren Pieper, Rathausstraße 2, 24937 Flensburg
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