ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2009Pluralismus: Begriff ist verdorben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Individualmedizin, Hauptanliegen des Berichts, betreibt „ab Tag eins nach Examen“ jeder Arzt, indem er aus der Krankheit/den Wünschen des Kranken und dem bestmöglich gesicherten medizinischen Wissen eine konkrete Therapie destilliert. Der Algorhythmus dieser Individualisierung muss aus wissenschaftlichen Studien/Leitlinien/notfalls Expertenmeinung (nur im äußersten Notfall auch aus eigener Erfahrung) abgeleitet werden. Also: zuerst Studien, dann Individualmedizin. Die Charité-„Champs“ hingegen wollen es genau andersherum und ihr (wie begründetes?) individualmedizinisches Vorgehen wissenschaftlich untersucht sehen – ein Holzweg. Und sie wollen schon vorliegende Studien retrospektiv analysieren (solange, bis das gewollte Ergebnis herauskommt . . .) – der nächste Holzweg! Der Begriff „Individualmedizin“ ist gründlich verdorben durch die Betreiber von z. B. Homöopathie oder TCM (auch eine Berliner Spezialität), die „ganz individuell“ ihre Patienten „behandeln“, allerdings ohne einen Hauch gesicherten Wissens . . .
Dr. Wolfgang Wagner, Mühllachenring 22, 65597 Hünfelden
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote