ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2009Honorarreform: Dubai ruft
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Mit Erstaunen und einer gehörigen Portion Unverständnis begegne ich den fast täglichen Meldungen über die Honorarreform und die Regelleistungsvolumina. Vor wenigen Tagen ergab es sich, dass das verstopfte Abflussrohr in der Küche meines Kollegen repariert wurde. Kosten: 145 Euro inklusive An- und Abfahrt und ca. 35 Minuten Arbeitszeit. So weit, so gut. Das entspricht genau der Summe, die ich als niedergelassener Arzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin für die medizinische Grundversorgung eines meiner kleinen Patienten für 15 Monate von der KV erhalte. Nein, ich jammere nicht, ich schüttele nur den Kopf ob dieser grotesken Situation. Die Zukunft unseres Nachwuchses, und das impliziert eine fachärztlich medizinische Versorgung und Betreuung inklusive das Zuhören, wenn die Eltern meiner Patienten ihre Nöte und Ängste schildern, scheint nicht wirklich von Interesse zu sein. Schade, sehr schade, bleibt vielleicht noch die Hoffnung, dass die 3,5 Milliarden Euro mehr im Vergleich zu 2007 nicht auch, wie von mir vermutet, im Abflussrohr stecken bleiben. Für meine tägliche Arbeit war ich motiviert, bin ich motiviert, aber ich weiß nicht, wie lange ich es noch sein werde. Dubai ruft – und es wird immer schwerer, zu widerstehen.
Dr. Peter Lieder, Giersbergstraße 18, 41515 Grevenbroich
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