ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2009Krankenhausrecherche: Cleverer Suchassistent hilft

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Krankenhausrecherche: Cleverer Suchassistent hilft

Krüger-Brand, Heike E.

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Die Körpernavigation: Rechts öffnen sich Auswahlmenüs, um die Suche einzugrenzen.
Die Körpernavigation: Rechts öffnen sich Auswahlmenüs, um die Suche einzugrenzen.
Patienten auf der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus können die „Weiße Liste“ nutzen – eine interaktive Suchhilfe im Internet (www.weisse-liste.de). In der Datenbank sind sämtliche Kliniken der Akutversorgung mit den Daten aus ihren strukturierten Qualitätsberichten erfasst. Enthalten ist auch eine Auswahl der Bewertungen durch die Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung. Wissenschaftler und Programmierer haben die Fachinformationen in eine verständliche Sprache übertragen. Hierfür wurden der ICD-10- und der OPS-Katalog allgemeinverständlich übersetzt – mehr als 4 000 Fachbegriffe, Diagnosen und Therapien. Das Portal soll den Nutzern Entscheidungshilfen an die Hand geben.

Auf der Startseite stehen vier Recherchemöglichkeiten zur Verfügung: Freitextsuche, Körpernavigation (wer die Bezeichnung seiner Erkrankung nicht kennt, kann über ein interaktives Körperschema die betroffene Körperregion und über Auswahllisten die zutreffende Bezeichnung auswählen), regionale Suche und interaktiver Suchassistent. Letzterer fragt den Behandlungswunsch ab und führt den Nutzer schrittweise durch bis zu 18 Auswahlbereiche, um dessen Anforderungen zu berücksichtigen. Erklärende Texte helfen dabei, die Auswahlkriterien zu verstehen. Am Ende erhält der Nutzer eine Übersicht aller Kliniken, die er bei den jeweiligen Schritten in die engere Auswahl gezogen hat. Er kann die Krankenhäuser in einer Liste vergleichen und für jede Einrichtung Informationen über Ausstattung, Leistungsspektrum, Qualitätsmerkmale und zusätzliche Serviceangebote abrufen.

Für Ärzte, Heilberufler und Patientenberater gibt es eine Schnellsuche innerhalb der krankheitsspezifischen Kliniksuche: Hier genügt die Eingabe der Indikation, um zu einer Klinikübersicht zu gelangen.

Ein Schwerpunkt ist die Darstellung von Patientenerfahrungen, die möglichst einheitlich und methodisch einwandfrei erfasst werden sollen. Um die Vergleichbarkeit auf der Ebene von Fachabteilungen bundesweit zu gewährleisten, wurde ein spezieller Fragebogen entwickelt: der Patients’ Experience Questionnaire (PEQ). Er bildet die aus Patientensicht relevanten Inhalte zur Versorgungsqualität ab und kann in sämtlichen Abteilungen, unabhängig von der Erkrankung, eingesetzt werden. Lediglich für Frauen auf geburtshilflichen Stationen gibt es den PEQ-Geburt. Krankenhäuser haben so die Möglichkeit, eine Befragung mit PEQ durchzuführen und die Ergebnisse online zu veröffentlichen. Zusätzlich können sie die Internetplattform für ihre Selbstdarstellung nutzen, indem sie über ein Log-in-Portal die Qualitätsberichte im XML-Format, Fotos sowie weitere Zusatzinformationen hochladen. Das Portal soll künftig auch die Recherche nach anderen Gesundheitsanbietern unterstützen. Langfristig soll ein Forum für Qualitätstransparenz im Gesundheitswesen entstehen. Getragen wird das unabhängige, nicht kommerziell ausgerichtete Portal von der Bertelsmann Stiftung und den Dachverbänden der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Die Barmer wird als erste gesetzliche Krankenkasse das Portal in ihre Homepage integrieren. Dabei werden Informationen einbezogen, die speziell für ihre Versicherten interessant sind – wie etwa Behandlungsprogramme oder Verträge zur integrierten Versorgung, an denen die Kliniken teilnehmen. KBr
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