ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2009Demenz: „Wie aus einem Guss“

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Demenz: „Wie aus einem Guss“

Heuft, Gereon

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Hans Förstl (Hrsg.): Demenzen in Theorie und Praxis. 2. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2009, 514 Seiten, kartoniert, 29,95 Euro
Hans Förstl (Hrsg.): Demenzen in Theorie und Praxis. 2. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2009, 514 Seiten, kartoniert, 29,95 Euro
Dieser Leitfaden schafft es, das notwendige theoretische und praktische Wissen zum Thema Demenzen trotz seiner 33 Autoren so zu vermitteln, dass das Buch „wie aus einem Guss“ wirkt. Dazu tragen der einheitliche Aufbau der Kapitel ebenso wie das umfangreiche Schlagwort- und Abkürzungsverzeichnis bei.

Die erste Hälfte des Buches ist dem aktuellen theoretischen Stand der Demenzforschung vor dem Hintergrund von Gedächtnisfunktionen und Gedächtnisstrukturen gewidmet. Die Demenz vom Alzheimer-Typ wird von vaskulären Demenzen und anderen neurodegenerativen Erkrankungen, wie zum Beispiel der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung, den fokalen Hirnatrophien, Verwirrtheitszuständen und Folgen von Medikamenten- und Suchtmittelabhängigkeit, abgegrenzt. Von großer Bedeutung sind auch die Kapitel, die Depressionen und dissoziative Störungen sowie Folgen schizophrener Erkrankungen von demenziellen Erkrankungen unterscheiden helfen.

Die zweite Hälfte des Buches gibt klare Hinweise für eine rationelle Diagnostik und Beratung. Für Ärzte in der Primärversorgung sind die Kapitel, die sich mit dem aktuellen Stand der therapeutischen Möglichkeiten befassen, besonders wertvoll. Hier wird ein Bogen geschlagen von der hausärztlichen Behandlung des Patienten über Gedächtnissprechstunden (Memory-Kliniken), sozialpädagogischen und psychotherapeutischen Therapieansätzen bis zu teilstationären und stationären gerontopsychiatrischen Behandlungs- und Rehabilitationsprogrammen. Dabei werden auch die Belastungen der betreuenden Angehörigen im Hinblick auf mögliche Unterstützungsprogramme adäquat angesprochen.

Jedes der 27 Kapitel schließt mit einem eigenen Literaturverzeichnis ab. Abgerundet wird das Buch durch zwei wichtige Anhänge: Der erste Anhang präsentiert die Erhebungsbögen und Screeninginstrumente zur Demenzdiagnostik (geriatrisches Screening; Barthelindex; Mini-Mental-State-Test; Uhren-Test; SIDAM für ICD-10). Der zweite Anhang trägt Adressen einschlägiger teilstationärer und stationärer Behandlungsangebote, der Alzheimer-Gesellschaften sowie Internetadressen zusammen.

Bei der epidemiologischen Bedeutung des Themas sollten alle Ärzte, die mit älteren Patienten zu tun haben, über das in diesem Werk zusammengetragene aktuelle Wissen verfügen. Auch Helfer und Angehörige werden große Teile dieses Leitfadens nutzen können.
Gereon Heuft
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