ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2009Marco Idzko: Neuer Ansatz in der Asthmatherapie

PERSONALIEN

Marco Idzko: Neuer Ansatz in der Asthmatherapie

Hibbeler, Birgit

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Marco IdzkoFoto: privat
Marco Idzko
Foto: privat
Priv.-Doz. Dr. med. Marco Idzko (32) vom Freiburger Universitätsklinikum ist mit dem Theodor-Frerichs-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ausgezeichnet worden. Er erhielt die mit 20 000 Euro dotierte Ehrung bei der Eröffnung des 115. Kongresses der DGIM in Wiesbaden. Damit werden Idzkos Leistungen in der Asthmaforschung gewürdigt.

„Nicht nur die höchstinnovative wissenschaftliche Arbeit des Preisträgers ist die hochkarätigste unter den eingereichten, auch sein wissenschaftlicher Werdegang und seine bisher geleistete Forschung sind herausragend“, begründete das Preiskomitee die Entscheidung. Zudem böten die Erkenntnisse das Potenzial für Erfolg versprechende Therapien von Asthma bronchiale.

Idzko befasst sich in seiner Arbeit mit der Rolle von Adenosintriphosphat (ATP) bei Asthmatikern. Als Energielieferant liegt ATP in Zellen in hoher Konzentration vor. Bei einer Infektion wird es in großen Mengen freigesetzt und sammelt sich im entzündeten Gewebe an. Zu einer vermehrte ATP-Freisetzung in die Lunge kommt es auch, wenn ein Asthmatiker einem Allergen ausgesetzt ist – wie die Ergebnisse von Idzko erstmals belegen.

ATP bindet unter anderem an Rezeptoren von Immunzellen, wie etwa den dendritischen Zellen. Indem ATP diese Zellen aktiviert, erzeugt es eine asthmatische Entzündung und erhält diese aufrecht. Idzko und seine Kollegen hoffen nun auf einen neuen Weg in der Asthmabehandlung durch die Blockade der Rezeptoren. Birgit Hibbeler
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote